Kinder-Frage: Warum trinken Dicke Flüssignahrung?

Kinder-Frage: Warum trinken Dicke Flüssignahrung? Die besten Fragen kommen meist dann, wenn man sie nicht erwartet: "Warum trinken Dicke Flüssignahrung?" Ehm ... ja ... öh ... gute Frage! Eine hochenergetische, flüssige Nahrung, welche ohne Sättigungsgefühl, schnell vom Körper aufgenommen werden kann. Es ist kein Geheimnis, dass die Konsistenz einer Mahlzeit einen zentralen Einfluss auf die Magenverweildauer, auf das Sättigungsgefühl und auf die Dauer der Nährstoffaufnahme im Magen-Darm-Trakt hat. Bedeutet: Bei flüssigen Lebensmitteln entsteht weniger Sättigung, der Blutzucker reagiert schneller und wir haben schneller wieder Hunger. Im Sport werden genau diese Eigenschaften beworben mit der Idee: "Die Nährstoffe stehen direkt zur Verfügung". Ein Shake zur Gewichtsreduktion zu verschreiben bedeutet, viel Energie ohne Sättigung zuzuführen - ist das nicht total sinnlos und kontraproduktiv? Ja! Wer versucht mit einem Shake abzunehmen, der darf sein Hungergefühl bezwingen. Wie eine Aufforderung zum Kampf zwischen Kopf und Bauch, bei dem die eigene Disziplin und Willenskraft auf die Probe gestellt wird. Körpergefühl ist hierbei offensichtlich nicht erwünscht. "Reiß dich doch zusammen und stell dich nicht so an". Wäre der Mensch in der Lage seine Bedürfnisse zu manipulieren, hatte er die absolute Kontrolle über sich selbst. Er wäre das Endprodukt der Selbstoptimierung in einer perfekt funktionierenden Welt, in welcher menschliche Triebe keinen Platz haben. Triebgesteuerte Menschen, die zu sehr auf ihre eigenen Bedürfnisse achten, werden nicht gerne gesehen und wirken eher unerzogen bis animalisch. Bedürfnisse und Triebe unterscheiden den Menschen von Maschinen. "Ich brauch kein Frühstück" "Schlafen kann ich wenn ich alt bin" Was passiert, wenn Bedürfnisse, Wünsche und Triebe als "ungewollt" deklariert werden? Wenn Hunger, Sättigung und Schlaf als Behinderung betrachtet werden, da der Mensch gerne eine Maschine wäre, dann leuchtet ein, warum Diäten und Shakes so beliebt [...]

By | 2018-05-03T14:54:39+00:00 April 10th, 2018|Abnehmen, Ernährungspsychologie|0 Comments

Healthy-Lifestyle: Wieviel ist zu viel?

Healthy-Lifestyle: Wieviel ist zu viel? Eine der meist gestellten Fragen, die ich in meiner Position zu hören bekomme, ist die Frage nach der "perfekten" Ernährung? Bei der Beantwortung dieser Frage geht es nicht um das Präsentieren einer Lösung, sondern um das Hinterfragen dieser Frage. Denn allein die Fragestellung bringt das eigentliche Problem mit sich. Denn dort wo es das "Richtige & Perfekte" gibt, muss es auch immer das "Falsche & Schlechte" geben, welches wir vermeiden, limitieren und verbieten wollen. Die Kategorisierung in "gesund" und "ungesund" ist schlicht und einfach ein Schwarz-Weiß-Denken, welches langfristig nach hinten losgehen muss. Kontrollverlust durch Verbote Allein aus diesem Denken heraus, entsteht die unbewusste Vorliebe hin zum "Unvernünftigen", da durch das limitierende Denken über "ungesunde" Lebensmittel, ausgerechnet diese künstlich aufgewertet werden. Durch Verknappung erzeugen wir Präferenz, denn was selten ist, ist wertvoll und genau das macht Verbote so unheimlich sexy. Dieser Zusammenhang funktioniert nach dem Prinzip "Angebot & Nachfrage" und bewirkt, dass im Kontrollverlust (z.B. Heißhunger) wir ausgerechnet zu den "wertvollen" Dingen greifen. Also genau die Dinge, die wir uns verboten haben. Welchen Effekt hat die Suche nach der "Perfektion"? Nur das "Richtige" zu tun, geht einher mit der "Angst" etwas "Falsch" machen zu können. Dies erzeugt das kontraproduktive "schlechte Gewissen", welches entsprechend "Selbstverurteilung" und ein erniedrigtes "Selbstwertgefühl" mit sich bringt. Genau an diesem Punkt startet der Teufelskreis von Frust und Frustessen. Denn wer sich selbst nicht mag, der will sich selbst nichts Gutes tun und wird eher zu emotionalem und impulsivem Verhalten als Kompensation tendieren. Scheinheilige Gesundheitswelt Es ist wünschenswert zu Wissen, wie man sich möglichst perfekt und richtig Verhalten kann. Denn eine Antwort auf diese Frage gibt uns ein Gefühl von Sicherheit und Struktur, solange das [...]

By | 2018-05-03T14:54:39+00:00 April 6th, 2018|Ernährungspsychologie, Fitness|0 Comments

Abnehmen-Mindfuck: Mit Selbsthass wird’s nicht gehen!

Abnehmen-Mindfuck: Mit Selbsthass wird's nicht gehen!. Abnehmen geht einher mit einem stetigen Hin und Her zwischen Kontrolle und Kontrollverlust. Der Mensch ist eben doch keine Maschine, die sich einfach programmieren lässt. Während wir genau wissen, was wir machen müssten, fällt es meist schwer sich beständig daran zu halten. Während wir kontrolliert auf unsere rationalen Entscheidungen beharren, uns zügeln und unsere Bedürfnisse ignorieren, geht der regelmäßige Kontrollverlust einher mit emotionalem, unvernünftigen und fast suchtähnlichem Verhalten. Ist es wirklich vergleichbar mit einer Sucht? Das dahinterliegende Muster ist gleich. Druck erzeugt Gegendruck: Du kannst es nicht erzwingen.  "Gelassenheit und Geduld sind die größten Schlüssel zu Veränderung": und genau das wollen wir nicht hören, da wir meist ungeduldig und perfektionistisch sind. Insbesondere aktuell verbreitet sich in den sozialen Medien die Diskussion, ob ein übergewichtiger Mensch mit sich zufrieden sein darf. "Ist es Gleichgültigkeit? Ein Schmarotzer des Sozialsystems? Darf er nicht zufrieden sein?" Was häufig nicht bedacht wird, ist, dass Selbstakzeptanz der wertvollste und wichtigste Schritt zur Veränderung ist. Es mag zwar im ersten Moment seltsam klingen, doch den IST-Zustand anzunehmen ist eine Bedingung für wohlwollendes Verhalten. Selbstliebe hat nichts damit zu tun, sich im Folgenden "gehen zu lassen" und "sich egal geworden" zu sein. Ganz im Gegenteil: Wer sich selbst achten und mit seinen Fehlern schätzen kann, der wird mehr und mehr aufhören können autoaggressiv zu denken und kontraproduktiv zu handeln. Wer emotionales Essen reduzieren möchte, der darf aufhören gegen den eigenen Körper zu kämpfen, sowie sich und seine Kilos zu hassen. Emotionales Essen ist eine Konsequenz aus Selbstverurteilung, Frust und Ekel beim Blick in den Spiegel.  Wer abnehmen möchte, darf sein bisheriges Motiv und seine bisherige Methode überdenken: Nach unzähligen Wiederholungen, wäre es auch hier "Wahnsinn ein [...]

By | 2018-05-27T16:38:20+00:00 März 20th, 2018|Abnehmen, Ernährungspsychologie|0 Comments

Mythos „Schweinehund“: Motivation & Menschlichkeit

Mythos "Schweinehund": Motivation & Menschlichkeit Der "Schweinehund" ist eine Kreation der Leistungsgesellschaft und ist als Konstrukt so nicht haltbar. Warum der "Schweinehund" nicht existiert erfahren Sie im folgenden Beitrag. Entfremdung der eigenen Schwäche. Jeder Mensch hat Anteile, die er als solches nicht annehmen möchte. Insbesondere die menschlichen Anteile, die nicht als gesellschaftskonform in das bestehende Wertesystem hineinpassen, versuchen wir zu verdrängen. Allein, die Tatsache, dass der Mensch emotional gesteuert ist, und kaum wirklich rationale Entscheidungen trifft, ist eine Aussage, bei der sich manch einer schon provoziert und angegriffen fühlt*. Auch Angst wird in unsere Leistungsgesellschaft nicht gerne gesehen. Wir wollen stark und effizient sein und bestmöglich funktionieren. Denn Kontrolle gibt Sicherheit und befriedigt ein Grundbedürfnis des Menschen. "Indianer kennen keinen Schmerz", "Reiß dich zusammen", "Sei nicht traurig", "Echte Männer weinen nicht", "Zeit ist Geld", "Ohne Fleiß keinen Preis".  Schon die Sprache zeigt offensichtlich: wer nichts leistet ist nichts wert und damit der Schmarotzer-Abschaum der Gesellschaft. Darum gehen wir krank zur Arbeit, ignorieren unsere Körpersignale und optimieren uns stetig selbst. Ich bin nicht mein Schweinehund Die Personifizierung der eigenen Schwäche kommt uns sehr gelegen, wenn wir es nicht als Teil von sich selbst akzeptieren können. Es grenzt an Schizophrenie, eigene Persönlichkeitsmerkmale abzuspalten und sich über die Distanzierung über den "Schweinehund" zu beruhigen. So wird der Leistungssaboteur zu einer Idee, die jeder kennt und wie eine Art Teufel, verantwortlich für all das Böse und Schwache auf dieser Welt ist. Der Kontrollverlust betrifft somit nicht mehr einen selbst, sondern ist fremdbestimmt. Ach, wie schön! Die Paradoxie des Verhalten Als Konsequenz des Schweinehundes wird häufig das "Unvernünftige" betitelt: Essen, Zocken, Schlafen, Fernsehen, Bier trinken, Chillen und Nichts tun. Ist das nicht schön? [...]

By | 2018-05-03T14:54:39+00:00 März 16th, 2018|Ernährungspsychologie|0 Comments

Not Heidis Girl & Embrace – Du bist schön.

Not Heidis Girl & Embrace - Du bist schön. In Deutschland entsteht eine Gegenbewegung zum Ideal-Körperbild und geht seit einigen Wochen forciert durch die Medien, denn Bauch-Beine-Po hat nichts mit Gesundheit zu tun. Mehr und mehr Menschen erkennen, wie die Leistungsgesellschaft sich auf unsere Psyche auswirkt und sagen „Nein“ zum Körperkult. Forscher beobachten aktuell, dass die Fitnesswelt der sozialen Medien den eigenen Selbsthass fördert, da sich Menschen unbewusst mit einer Fake-Ideal-Welt vergleichen. Der „Health-Lifestyle“ scheint nicht mehr viel mit Gesundheit zu tun zu haben, da ein extremer Perfektionismus und Schwarz-Weiß-Denken in den Köpfen der Fitnessbranche wächst. Die Grenze von Selbstoptimierung und Zwangsverhalten ist sehr schmal und die Risikogruppen sind auch hier sehr offensichtlich. Selbstwert-Themen, Angst & Narzissmus Sind wir nur wertvoll, wenn wir gut aussehen, perfekt funktionieren und unser Selbstwertgefühl von Leistungsstärke und Anerkennung abhängig ist? Die Selbstoptimierung und die Suche nach einer wertvollen Identität haben Konjunktur. Wie groß ist die Angst davor Fehler zu machen, schwach zu sein, nicht genug zu sein und zu versagen? Ist auch dies ein Auswuchs des typisch deutschen Narzissmus, der aus der Angst resultiert, als normaler Mensch in der Masse unterzugehen und sich einsam und leer zu fühlen? „Normalität" scheint in der Fitnessbranche nicht genug zu sein. So entwickelt sich aus diesem Denken ein endlos profitabler Milliarden-Markt - denn so wirklich satt, werden wir ja trotzdem nicht. Paradox bis psychisch krank Wir sind stolz auf unseren „Perfektionismus“ und verurteilen demnach die "Gelassenheit" und die "Genügsamkeit". Dieser Gegensatz ist Vielen nicht bewusst. Wir sind stolz darauf gestresst zu sein, da wir Leistungsstärke repräsentieren, wir sind stolz darauf wenig zu schlafen, da wir eine geringe Regenerationszeit repräsentieren, wir sind stolz darauf multitaskingfähig zu sein, da wir Effizienz repräsentieren. Auch der [...]

By | 2018-05-03T14:54:40+00:00 März 8th, 2018|Ernährungspsychologie|0 Comments

„Tag der gesunden Ernährung 2018“ – Einfache Fragen die ein Ernährungspsychologe anders beantwortet.

"Tag der gesunden Ernährung 2018" - Einfache Fragen die ein Ernährungspsychologe anders beantwortet. Im Interview zum "Tag der Ernährung" wurden mir diese simplen Fragen gestellt und scheinbar überraschte ich mit den Antworten, da typischerweise etwas ganz anderes von mir als "Ernährungsberater" erwartet wurde. Hier das kleine Interview mit scheinbar ganz einfachen Fragen: Haben Sie einen Geheimtipp für uns zur perfekten Ernährung für ein gesundes Leben? Nein, leider nicht (lacht). Wir Menschen wünschen uns für alles eine perfekte und effiziente Lösung. Das ist zwar verständlich. Wir dürfen jedoch nicht vergessen, dass Essverhalten nicht nur kopfgesteuert ist, sondern auch emotional ist. Deshalb gibt es auf diese Frage keine "richtige" Antwort. Ich könnte jetzt behaupten, dass Gemüse, Vollkorn, Wasser, Obst und so weiter "optimal" sind. Der Mensch ist jedoch keine Maschine und mag es auch sehr gerne, unvernünftig zu sein und etwas zu erleben. Genauso wie es zum Menschsein dazu gehört, sich ausgewogen und vernünftig zu verhalten, gehört es eben auch dazu, die "verbotenen" Dinge bewusst und wertschätzend, das heißt ohne schlechtes Gewissen, genießen zu können. Das heißt, man darf sich ruhig auch mal etwas gönnen? Auf jeden Fall. Wichtig ist aber, zu wissen, dass Genuss sich selbst begrenzt und dass das letzte Stück der Schokoladen-Tafel selten genussvoll ist. Wenn wir also dieses Gönnen bis zum Extrem ausreizen, hat das weder mit Vernunft noch mit Genuss zu tun. Erst dann wird es wirklich "ungesund". Klingt eigentlich einfach. Dennoch machen sich die Menschen gefühlt heute so viele Gedanken über ihre Ernährung wie nie zuvor. Warum ist das so? Das ist schon irgendwie paradox. Während eigentlich jedes Kind schon weiß, was gesunde Ernährung bedeutet, sind so viele Erwachsene scheinbar verunsichert und wissen nicht so [...]

By | 2018-05-03T14:54:40+00:00 März 7th, 2018|Ernährungspsychologie|0 Comments

Ernährungsinformation versagt & gibt ab an die Ernährungspsychologie

Ernährungsinformation versagt & gibt ab an die Ernährungspsychologie Meta-Analysen zeigen mehr und mehr, dass die klassische Ernährungstherapie bei Adipositas und Übergewicht langfristig nicht funktioniert. Während eine Therapie zwar kurzfristige Erfolge verzeichnen kann, so ist die langfristige Prognose leider erschlagend. Verhaltensänderung hat scheinbar nichts mit dem Wissen über Risiken und Nährstoffe zu tun. Während schon Kinder im Grundschulalter sehr gut wissen, was gesund und vernünftig ist, so sind die tatsächlichen Vorlieben eher im Bereich der Sünden und Verbote gelagert. Deutschland hat schlicht und einfach kein Wissensdefizit, sondern tut sich mit der Umsetzung schwer. Wie sinnvoll ist es dann immer mehr Zahlen, Daten, Fakten zu vermitteln, wenn dieses Wissen im Endeffekt keinerlei Veränderung bewirkt? Ich bin doch nicht blöd Dicke sind nicht dumm! Die klassische Ernährungsinformation bleibt in konservativen Schienen und versucht dem unvernünftigen Übergewichtigen zu erklären, dass Obst und Gemüse eine bessere Wahl ist als Schokolade und Kola. Übergewichtige Menschen wissen jedoch meist sehr viel über Ernährung. Nach jahrelanger Diäterfahrung und tiefgehender Fachliteratur verstehen sie sehr gut, was sie theoretisch verändern müssten um an Körpergewicht zu verlieren. Die meisten Ernährungsberater verkaufen diese Zielgruppe demnach immernoch für dumm, wenn sie der Annahme nachgehen, dass diese Gruppe es scheinbar noch immer nicht verstanden hat. Verhalten braucht keine Daten Die Ernährungswissenschaft hat vor allem im Bereich der Forschung, als auch im Bereich der Ernährungstherapie bei Allergien und Unverträglichkeiten ihre Sinnhaftigkeit. Wenn es jedoch um Verhaltensänderung bei Übergewicht geht, ist die Ernährungswissenschaft verhältnismäßig irrelevant: Denn Verhalten ist Psychologie. Sobald es darum geht sein Verhalten langfristig zu verändern, müssen ganz andere Themen in den Fokus gezogen werden, als dass, was im Studium der Ernährungswissenschaften aktuell vermittelt wird. Die Themenbereiche Motivation, Vertrauen, Verantwortung, Selbstachtung, Emotionales Essen, Wohlbefinden, [...]

By | 2018-05-03T14:54:40+00:00 Februar 26th, 2018|Ernährungspsychologie|0 Comments

Kinder & Selbsthass dank Fitnesswahn?

Kinder & Selbsthass dank Fitnesswahn Während ich in meiner Branche beobachten darf, wie schon Kindern erklärt wird wie sie sich zu verhalten haben um bloß nicht dick zu werden, bekomme ich Gänsehaut, wenn ich mir die aktuellen Ereignisse anschaue. Alleine in den letzten 3 Monaten hat sich in Schulprojekten, an denen ich mit Jugendlichen (Klasse 7 - 9) arbeiten durfte, ein ernstzunehmendes Tabuthema herauskristallisiert. Essstörungen und selbstverletzende Verhaltensweisen beginnen meist im Alter zwischen neun und elf Jahren und werden oft schlicht und einfach nicht erkannt. Während sich die heutigen Erwachsenen vor nichts mehr scheuen, wenn es darum geht endlich dünn zu sein, so ist es vor allem dank des Social Media wichtig, mit Jugendlichen offen darüber zu diskutieren. Jede Woche sind wir mit mehreren tausend bearbeiteten Bildern konfrontiert, die ein markelloses Körperbild präsentieren, welches nicht der Realität entspricht. Instagram, Facebook und Co. züchten einen gefährlichen Perfektionismus der den Ekel vor sich selbst fördert. Jeder, der nicht nachkommt fühlt sich im direkten Vergleich schlecht, wertlos und falsch. Viele Erwachsene sind überfordert und zu vorsichtig, wenn es um die sensiblen Themen "Selbsthass" und "Angst" geht. Noch vor 6 Wochen haben wir im Team eine Projektwoche an einer Schule durchgeführt und einfach mal den offenen Diskurs gewagt. Um die Diskussion über den eigenen Körper in Gang zu bringen, starteten wir mit den beiden Fragen: „Wer fühl sich zu dick?" und „Wer sich zu dünn? Mit Handzeichen sollten sich die Kinder freiwillig melden. Bemerkenswert wahr, dass sich alle Kinder gemeldet haben. Keines der Kinder war mit dem eigenen Körper zufrieden oder hat sich bei der Frage enthalten. Ein Kind hatte sich sogar bei beiden Fragen gemeldet und fühlte sich sowohl zu dünn und als auch [...]

By | 2018-05-03T14:54:40+00:00 Februar 13th, 2018|Ernährungspsychologie|0 Comments

Die „Weniger-Essen“-Psycho-Tricks

Die "Weniger-Essen"-Psycho-Tricks Während die meisten Menschen relativ gut wissen, was sie verändern müssten um abzunehmen, scheint das eigentliche Problem in der Umsetzung zu liegen. Der plumen Aussage „Iss halt einfach mal weniger“ stehen offensichtlich einige Widerstände entgegen, die uns mitunter garnicht bewusst sind. Neben vielseitiger Informationen zu Lebensmittelinhaltsstöffen und Ernährungskonzepten, wird nach wie vor sehr häufig missachtet, dass Menschen schlicht und einfach viel zu viel und regelmäßig über das Sättigungsgefühl hinaus essen. Warum essen wir mehr als wir brauchen? Fressneid: Wir sind gedanklich immer schon bei der nächsten Portion. Es gibt Studien die aufzeigen, dass derjenige, der mit dem Blick zum Buffet sitzt mehr isst, als derjenige, der mit dem Rücken zum Buffet sitzt. Fressneid ist hierbei ein zentraler Grund, warum wir mehr essen als wir brauchen. Preis-Leistungs-Verhältnis: Wir lieben es, möglichst viel Essen für möglichst wenig Geld zu bekommen und bevorzugen daher große Jumbo-Packung mit besserem Preis-Leistungs-Verhältnis. Die größeren Portionen bewirken, dass wir mehr essen als wir brauchen. Mehr ist mehr: Große Portionen sind ein Qualitätskriterium. Wir lieben XXL-Schnitzel und Riesenburger. Restaurants bewerben ihr Lokal mit weltrekord-verdächtigen Super-Angeboten. Wir lieben Extreme und wollen etwas besonderes sein. Vernunft ist hierbei kein Argument. Geiz ist geil: „Ich habe es ja bezahlt“ und „Es muss sich ja lohnen“. Am Buffet mit „all you can eat“ greifen wir richtig zu, da wir möglichst effizient konsumieren möchten. Geiz und Gier treiben das Essen mit großem Tempo in unseren Mund. Nachkriegs-Angst: Wenn wir unsere Freunde zum Essen einladen, wird nach wie vor „viel zu viel“ gekocht. Lieber noch 1-2 Portionen mehr zubereiten, damit jeder genug hat. Lieber zu viel als zu wenig ist die Devise. Rezeptbücher der letzten Jahrzehnte zeigen, dass die Portionsgrößen vergleichbarer [...]

By | 2018-05-03T14:54:40+00:00 Februar 5th, 2018|Abnehmen, Ernährungspsychologie|0 Comments

Wer will denn schon vernünftig sein?

Wer will denn schon vernünftig sein? Das Wort „Gesundheit“ wird negativ assoziiert. Kaum jemand möchte vernünftig sein. Der Mensch möchte etwas erleben, ganz nach dem Motto „Sex, Drugs, Rock’n’Roll“. Schon als Kind hören wir höchst motivierende Aussagen wie „Iss deinen Brokkoli“, „Zieh deine Jacke an“, „Sitz grade“ und „Sitz nicht so nah vorm Bildschirm“. Das beste Argument was Eltern in dem Moment anbringen ist „das ist gesund, sei vernünftig“. Abweichend kommen zusätzlich noch weitere wenig überzeugende Aussagen wie „Sonst bekommst du viereckige Augen“, „Damit du groß und stark wirst“ oder „Sonst erkältest du dich“. Schlussfolgernd kommt diese Überzeugungsstrategie immer genau dann, wenn es grade nicht schmeckt und keinen Spaß macht. Vielen Kindern läuft es kalt den Rücken hinunter wenn ihr Mutter ankündigt etwas „gesundes“ gekocht zu haben. Angenehmer ist es doch, wenn das Mittagessen mit „Ich habe etwas leckeres für euch.“ angekündigt wird. Diese frühen Erfahrungen bleiben als Erwachsener gut nachvollziehbar, wenn gezielt nach der Begeisterung für das Thema „Gesundheit“ gefragt wird. Es wird nach eigener Wahrnehmung häufig immer erst dann relevant, wenn man krank ist. Es erinnert an lästige Arztbesuche und schmerzhafte Behandlungen. Ausgerechnet wird es immer dann zum Thema, wenn man alt und offensichtlich sterblich wird. Und wer möchte das schon? Am liebsten würden wir doch essen, trinken und machen was wir wollen ohne Krankheit und Tod jemals befürchten zu müssen. Wir wollen etwas erleben ohne uns einschränken müssen. Der Gesundheitsbegriff hat demnach heute einen anstrengenden und lästigen Charakter, der die schönen Dinge des Lebens verbietet. „Geh mir doch wech mit dem Thema Gesundheit“ ist in Deutschland wirklich kein selten ausgesprochener Satz. Besonders in den Momenten, wo die Gesundheit sich negativ auf die eigene Leistungsfähigkeit auswirkt, wird es zu [...]

By | 2018-05-03T14:54:40+00:00 Januar 18th, 2018|Ernährungspsychologie|0 Comments

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