About Frédéric Letzner

Als Keynote-Speaker, Trainer und zertifizierter Ernährungsberater/-therapeut habe ich mich der Aufgabe gewidmet, die Hintergründe vom Gesundheits- & Ernährungsverhalten zu erkunden & diese in anschaulichen, amüsanten & ehrlich-provokanten Vorträgen/Seminaren zu vermitteln.

Böse ist gesund? oh ja!

Böse ist gesund Während die Gesundheitsberatung meist an die Vernunft appelliert und sich wünscht, dass der Mensch ein braves Kind ist, gibt es einen starken rebellischen Anteil in uns, der für unsere Gesundheit eine zentrale Rolle spielt. Denn insbesondere für das eigene Wohlbefinden, ist es essentiell in der Lage zu sein, andere Menschen auf die Füße zu treten. "Was für ein Arschloch!". Insbesondere die Kritikfähigkeit beim "Nein-Sagen" ist gefragt. Denn sollten Sie zu harmoniebedüftig sein, wird es schnell passieren, dass Sie Dinge tun, die Sie nicht wollen, für Menschen, die Sie nicht mögen. Wenn wir versuchen uns die Anerkennung von anderen zu erarbeiten, opfern wir uns gerne auf: Wir gehen krank zur Arbeit, machen Überstunden, schlafen wenig, nutzen keine Pausen, sind immer erreichbar, bevorzugen Multitasking und sagen mit stolz "ich bin total gestresst". Wer sich für sein eigenes Wohlbefinden entscheidet, wird ein bisschen böse. Wer ein gesundes Selbstwertgefühl entwickelt, wird von anderen dafür kritisiert werden. Wenn Sie als einziger pünktlich den Arbeitsplatz verlassen, Ihr Smart-Phone abschalten, die Arbeit liegen lassen und die Pausen nutzen, dann müssen Sie Disharmonie und Kritik aushalten können. Der der ein oder andere Neider, wird enttäuscht sein und einen angreifenden Spruch für Sie parat haben, auf den Sie schlagfertig und selbstbestimmt reagieren dürfen. Doch wenn der Humor ernst genommen wird, hört der Spaß auf! Es wird nicht gerne gesehen, dass sich Menschen zu sehr für Ihr Wohlbefinden entscheiden. Im Business soll der Mensch funktionieren wie eine Maschine. Und jeder der sich selbst aufopfert und versucht perfekt zu funktionieren, wird denjenigen verurteilen, der sich selbst erlaubt mal langsam zu machen und gelassen zu bleiben. Wenn Sie sich um Ihre Gesundheit kümmern, dann sind sie kein braver Streber mehr, sondern werden [...]

Kinder-Frage: Warum trinken Dicke Flüssignahrung?

Kinder-Frage: Warum trinken Dicke Flüssignahrung? Die besten Fragen kommen meist dann, wenn man sie nicht erwartet: "Warum trinken Dicke Flüssignahrung?" Ehm ... ja ... öh ... gute Frage! Eine hochenergetische, flüssige Nahrung, welche ohne Sättigungsgefühl, schnell vom Körper aufgenommen werden kann. Es ist kein Geheimnis, dass die Konsistenz einer Mahlzeit einen zentralen Einfluss auf die Magenverweildauer, auf das Sättigungsgefühl und auf die Dauer der Nährstoffaufnahme im Magen-Darm-Trakt hat. Bedeutet: Bei flüssigen Lebensmitteln entsteht weniger Sättigung, der Blutzucker reagiert schneller und wir haben schneller wieder Hunger. Im Sport werden genau diese Eigenschaften beworben mit der Idee: "Die Nährstoffe stehen direkt zur Verfügung". Ein Shake zur Gewichtsreduktion zu verschreiben bedeutet, viel Energie ohne Sättigung zuzuführen - ist das nicht total sinnlos und kontraproduktiv? Ja! Wer versucht mit einem Shake abzunehmen, der darf sein Hungergefühl bezwingen. Wie eine Aufforderung zum Kampf zwischen Kopf und Bauch, bei dem die eigene Disziplin und Willenskraft auf die Probe gestellt wird. Körpergefühl ist hierbei offensichtlich nicht erwünscht. "Reiß dich doch zusammen und stell dich nicht so an". Wäre der Mensch in der Lage seine Bedürfnisse zu manipulieren, hatte er die absolute Kontrolle über sich selbst. Er wäre das Endprodukt der Selbstoptimierung in einer perfekt funktionierenden Welt, in welcher menschliche Triebe keinen Platz haben. Triebgesteuerte Menschen, die zu sehr auf ihre eigenen Bedürfnisse achten, werden nicht gerne gesehen und wirken eher unerzogen bis animalisch. Bedürfnisse und Triebe unterscheiden den Menschen von Maschinen. "Ich brauch kein Frühstück" "Schlafen kann ich wenn ich alt bin" Was passiert, wenn Bedürfnisse, Wünsche und Triebe als "ungewollt" deklariert werden? Wenn Hunger, Sättigung und Schlaf als Behinderung betrachtet werden, da der Mensch gerne eine Maschine wäre, dann leuchtet ein, warum Diäten und Shakes so beliebt [...]

By | 2018-05-03T14:54:39+00:00 April 10th, 2018|Abnehmen, Ernährungspsychologie|0 Comments

#AufschreiErnährungsberatung – Politik wertet Ernährungsberatung ab?

#AufschreiErnährungsberatung - Politik wertet Ernährungsberatung ab? Und wieder einmal wird der Berufstand "Ernährungsberater" durch den Dreck gezogen. Ein großer Aufschrei zieht sich durch die Reihen der Fachkräfte. Berlins Regierender Bürgermeister, Michael Müller, will Arbeitslose als Ernährungsberater beschäftigen. "Arbeitslose zum Ernährungsberater ausbilden" ganz nach dem Motto: "Ernährungsberatung, Müll aufsammeln und Staubsaugen kann ja jedes Kind.Denn eigentlich weiß ja jeder, was gesund ist, oder? Erklären, dass Obst, Gemüse, Vollkorn und Wasser besser ist als Schokolade, Burger und Bier ist doch einfach." Solange die Ernährungsberatung sich so sehr auf das Vermitteln von Informationen fokussiert, die sich in Broschüren nachlesen lassen, kann ich gut verstehen, warum die Politik auf diesen fragwürdigen Gedanken kommt. Inzwischen hat ohnehin jeder Fitnesstrainer, Veganer und jede Hausfrau die neusten Tipps und Tricks auf Lager und bietet Ernährungsberatung an. So ist zumindest die gesellschaftliche Wahrnehmung. Als zertifizierter Ernährungsberater und Ernährungstherapeut kann ich diese Wahrnehmung nachvollziehen. Selbst ich habe keine Lust mehr das Know-How aus dem Studium zu vermitteln. Denn vor allem Übergewicht, hat nichts mit Wissensdefizit zu tun. Dicke sind nicht dumm und haben sich meist schon intensiv und absolut ausreichend mit der Materie "gesunde Ernährung" auseinandergesetzt. Denn der Leidensdruck treibt an. Die Ursachen für das Übergewicht liegt meistens in psychologischen Zusammenhängen: Emotionales Essen, Körperwahrnehmung, Vorlieben, Motivation und Gewohnheiten lassen sich nicht mit klassischer Informationsvermittlung verändern. Es gibt Gründe, warum sich der Mensch verhält, wie er es tut. Auch ich verdrehe meine Augen, wenn mal wieder jemand mit einer Ernährungspyramide um die Ecke kommt und Lebensmittel und Nährstoffe in "gut und schlecht" kategorisiert. Die moderne Ernährungspsychologie wird die klassische Ernährungsberatung in der Prävention ablösen müssen, damit sich das Bild der Ernährungsberater auch in den Köpfen der Gesellschaft verändert. Ein guter Ernährungsberater ist [...]

By | 2018-05-03T14:54:39+00:00 April 7th, 2018|Ernährungsberater|0 Comments

Healthy-Lifestyle: Wieviel ist zu viel?

Healthy-Lifestyle: Wieviel ist zu viel? Eine der meist gestellten Fragen, die ich in meiner Position zu hören bekomme, ist die Frage nach der "perfekten" Ernährung? Bei der Beantwortung dieser Frage geht es nicht um das Präsentieren einer Lösung, sondern um das Hinterfragen dieser Frage. Denn allein die Fragestellung bringt das eigentliche Problem mit sich. Denn dort wo es das "Richtige & Perfekte" gibt, muss es auch immer das "Falsche & Schlechte" geben, welches wir vermeiden, limitieren und verbieten wollen. Die Kategorisierung in "gesund" und "ungesund" ist schlicht und einfach ein Schwarz-Weiß-Denken, welches langfristig nach hinten losgehen muss. Kontrollverlust durch Verbote Allein aus diesem Denken heraus, entsteht die unbewusste Vorliebe hin zum "Unvernünftigen", da durch das limitierende Denken über "ungesunde" Lebensmittel, ausgerechnet diese künstlich aufgewertet werden. Durch Verknappung erzeugen wir Präferenz, denn was selten ist, ist wertvoll und genau das macht Verbote so unheimlich sexy. Dieser Zusammenhang funktioniert nach dem Prinzip "Angebot & Nachfrage" und bewirkt, dass im Kontrollverlust (z.B. Heißhunger) wir ausgerechnet zu den "wertvollen" Dingen greifen. Also genau die Dinge, die wir uns verboten haben. Welchen Effekt hat die Suche nach der "Perfektion"? Nur das "Richtige" zu tun, geht einher mit der "Angst" etwas "Falsch" machen zu können. Dies erzeugt das kontraproduktive "schlechte Gewissen", welches entsprechend "Selbstverurteilung" und ein erniedrigtes "Selbstwertgefühl" mit sich bringt. Genau an diesem Punkt startet der Teufelskreis von Frust und Frustessen. Denn wer sich selbst nicht mag, der will sich selbst nichts Gutes tun und wird eher zu emotionalem und impulsivem Verhalten als Kompensation tendieren. Scheinheilige Gesundheitswelt Es ist wünschenswert zu Wissen, wie man sich möglichst perfekt und richtig Verhalten kann. Denn eine Antwort auf diese Frage gibt uns ein Gefühl von Sicherheit und Struktur, solange das [...]

By | 2018-05-03T14:54:39+00:00 April 6th, 2018|Ernährungspsychologie, Fitness|0 Comments

Komisches Bauchgefühl bei FIBO 2018 / Köln

Komisches Bauchgefühl bei FIBO 2018 / Köln. Nachdem ich mich nun seit einiger Zeit mit der Psychologie hinter dem Gesundheitsverhalten auseinandergesetzt habe, frage ich mich tatsächlich wieviel die FIBO noch mit „Gesundheit“ zu tun hat. Ich erinnere mich an meinen letzten Besuch bei der FIBO, wo ich als aufstrebender Trainer und Gesundheitsexperte wie viele Andere auf dieser gigantischen Messe in Köln umhergeschlendert bin. Von allen Hallen dieser Messe, gab es maximal zwei, bei denen ich pädagogische sinnvolle Konzepte, gesundheitsbezogenen Informationen und ansprechende Aussteller bewundern durfte. Der Rest war in meinen Augen etwas verstörend. Aus heutiger Perspektive frage ich mich wie „ungesund“ die FIBO eigentlich ist. „Eiweiß-Shakes, Käfigkämpfe, Muskeln  & Popos“ „Diese Menschen sind so diszipliniert!“, höre ich einen Kollegen von mir sagen. Doch ist Disziplin gesund? Ist dieser Effizienz-Drang sinnvoll? Ein „Essgestörter“ ist schließlich auch extrem diszipliniert, manipuliert sich selbst, ignoriert seine Körpersignale und dreht sich gedanklich ständig um das Thema Essen und Schönheit. Wo ist also die Grenze des guten Geschmacks? Wenn ich Eines in meiner bisherigen Arbeit gelernt habe dann folgendes: Perfektionismus ist ziemlich gefährlich – wenn nicht sogar eines der Hauptursachen vieler psychischer Erkrankungen mit chronischer Stressbelastung und psychosomatischen Beschwerden. Ob bei Leistungssportlern, Bodybuildern, Models oder Jenen, die Ihre Ernährungsphilosophie bis auf Blut verteidigen – mit Genuss hat es häufig irgendwie nicht mehr viel zu tun. Kann man sich zu sehr mit seiner Leistungsfähigkeit, ob beruflich oder körperlich, identifizieren? Der Burn-Out bzw. fachlich korrekt „die Erschöpfungs-Depression“ resultiert häufig genau daraus, dass Menschen 200 % in einer Sache geben, sich nur noch darüber Identifizieren, ihren Selbstwert daraus beziehen und die sonst so wichtigen Dinge im Leben wie Freundschaft, Familie, Ruhe, Pause, Nichts-tuen, Faulenzen und Genießen vernachlässigen. Vor allem der Genuss bei [...]

By | 2018-05-03T14:54:39+00:00 März 25th, 2018|Allgemein, Fitness|0 Comments

„Best Practice“: Die besten Titel für Ihr Gesundheitsseminar

Die besten Titel für Ihr Gesundheitsseminar - BEST OF Wie bekommt man die richtige Zielgruppe ins Seminar & wie erhöht man die Teilnahmequote im betrieblichen Gesundheitsmanagement? Nicht selten werden Gesundheitsseminare nur spärlich angenommen. Während viel Arbeit in Organisation und Vorbereitung gesteckt werden und dies nicht zuletzt auch bedeutet, dass sehr viel Geld investiert wird - kommt es viel zu häufig vor, dass es floppt. Manchmal kommen einige wenige Teilnehmer, die sich ohnehin mit dem Thema auseinandersetzen. Diejenigen, die man gerne mit dem Angebot erreichen würde, nehmen es nicht war. Geben Sie Ihren Seminaren doch mal attraktive Namen. Die folgenden Beispiele sind "Best Practice"-Angebote der letzten zwei Jahre. So kann BGM-MArketing auch aussehen. VERNUNFT IST OUT DICKE SIND NICHT DUMM OVERLOAD - WENN DER KÖRPER STREIKT KEINE ZEIT WARUM WERDE ICH NICHT SATT? SOCIAL MEDIA FREAKED OUT MÄNNER SIND AUCH NUR KINDER ESSGESTÖRTES DEUTSCHLAND ESSEN ISST EMOTION WORKAHOLIC-LIFESTYLE DU BIST GENUG CHEFFIZIENT GESUNDHEIT IST OUT WER WILL SCHON VERNÜNFTIG SEIN? WIR SIND VERRÜCKT SIXPACK OHNE ESSSTÖRUNG ESSEN ODER AUSRASTEN MACHS MAL ANDERS Attraktive Plakate für mehr Aufmerksamkeit. Lenken Sie die Aufmerksamkeit Ihrer potentiellen Seminarteilnehmer auf das Produkt. Nutzen Sie ansprechende Bilder, bunte Farben und provokante Aussagen. Nehmen Sie sich ein Beispiel am "Marketing" und werden Sie emotional. Hören Sie auf ausschließlich an die Vernunft zu appellieren und arbeiten Sie Hand in Hand mit Ihrer Marketingabteilung. Ganzheitliches Marketing. Seien Sie kreativ und scheuen Sie sich nicht die Marketing-Experten bei der Bewerbung Ihrer Seminare nach Hilfe zu fragen. Auch [...]

By | 2018-05-03T14:54:39+00:00 März 23rd, 2018|Allgemein, Gesundheitsmanagement|0 Comments

Abnehmen-Mindfuck: Mit Selbsthass wird’s nicht gehen!

Abnehmen-Mindfuck: Mit Selbsthass wird's nicht gehen!. Abnehmen geht einher mit einem stetigen Hin und Her zwischen Kontrolle und Kontrollverlust. Der Mensch ist eben doch keine Maschine, die sich einfach programmieren lässt. Während wir genau wissen, was wir machen müssten, fällt es meist schwer sich beständig daran zu halten. Während wir kontrolliert auf unsere rationalen Entscheidungen beharren, uns zügeln und unsere Bedürfnisse ignorieren, geht der regelmäßige Kontrollverlust einher mit emotionalem, unvernünftigen und fast suchtähnlichem Verhalten. Ist es wirklich vergleichbar mit einer Sucht? Das dahinterliegende Muster ist gleich. Druck erzeugt Gegendruck: Du kannst es nicht erzwingen.  "Gelassenheit und Geduld sind die größten Schlüssel zu Veränderung": und genau das wollen wir nicht hören, da wir meist ungeduldig und perfektionistisch sind. Insbesondere aktuell verbreitet sich in den sozialen Medien die Diskussion, ob ein übergewichtiger Mensch mit sich zufrieden sein darf. "Ist es Gleichgültigkeit? Ein Schmarotzer des Sozialsystems? Darf er nicht zufrieden sein?" Was häufig nicht bedacht wird, ist, dass Selbstakzeptanz der wertvollste und wichtigste Schritt zur Veränderung ist. Es mag zwar im ersten Moment seltsam klingen, doch den IST-Zustand anzunehmen ist eine Bedingung für wohlwollendes Verhalten. Selbstliebe hat nichts damit zu tun, sich im Folgenden "gehen zu lassen" und "sich egal geworden" zu sein. Ganz im Gegenteil: Wer sich selbst achten und mit seinen Fehlern schätzen kann, der wird mehr und mehr aufhören können autoaggressiv zu denken und kontraproduktiv zu handeln. Wer emotionales Essen reduzieren möchte, der darf aufhören gegen den eigenen Körper zu kämpfen, sowie sich und seine Kilos zu hassen. Emotionales Essen ist eine Konsequenz aus Selbstverurteilung, Frust und Ekel beim Blick in den Spiegel.  Wer abnehmen möchte, darf sein bisheriges Motiv und seine bisherige Methode überdenken: Nach unzähligen Wiederholungen, wäre es auch hier "Wahnsinn ein [...]

By | 2018-05-27T16:38:20+00:00 März 20th, 2018|Abnehmen, Ernährungspsychologie|0 Comments

Mythos „Schweinehund“: Motivation & Menschlichkeit

Mythos "Schweinehund": Motivation & Menschlichkeit Der "Schweinehund" ist eine Kreation der Leistungsgesellschaft und ist als Konstrukt so nicht haltbar. Warum der "Schweinehund" nicht existiert erfahren Sie im folgenden Beitrag. Entfremdung der eigenen Schwäche. Jeder Mensch hat Anteile, die er als solches nicht annehmen möchte. Insbesondere die menschlichen Anteile, die nicht als gesellschaftskonform in das bestehende Wertesystem hineinpassen, versuchen wir zu verdrängen. Allein, die Tatsache, dass der Mensch emotional gesteuert ist, und kaum wirklich rationale Entscheidungen trifft, ist eine Aussage, bei der sich manch einer schon provoziert und angegriffen fühlt*. Auch Angst wird in unsere Leistungsgesellschaft nicht gerne gesehen. Wir wollen stark und effizient sein und bestmöglich funktionieren. Denn Kontrolle gibt Sicherheit und befriedigt ein Grundbedürfnis des Menschen. "Indianer kennen keinen Schmerz", "Reiß dich zusammen", "Sei nicht traurig", "Echte Männer weinen nicht", "Zeit ist Geld", "Ohne Fleiß keinen Preis".  Schon die Sprache zeigt offensichtlich: wer nichts leistet ist nichts wert und damit der Schmarotzer-Abschaum der Gesellschaft. Darum gehen wir krank zur Arbeit, ignorieren unsere Körpersignale und optimieren uns stetig selbst. Ich bin nicht mein Schweinehund Die Personifizierung der eigenen Schwäche kommt uns sehr gelegen, wenn wir es nicht als Teil von sich selbst akzeptieren können. Es grenzt an Schizophrenie, eigene Persönlichkeitsmerkmale abzuspalten und sich über die Distanzierung über den "Schweinehund" zu beruhigen. So wird der Leistungssaboteur zu einer Idee, die jeder kennt und wie eine Art Teufel, verantwortlich für all das Böse und Schwache auf dieser Welt ist. Der Kontrollverlust betrifft somit nicht mehr einen selbst, sondern ist fremdbestimmt. Ach, wie schön! Die Paradoxie des Verhalten Als Konsequenz des Schweinehundes wird häufig das "Unvernünftige" betitelt: Essen, Zocken, Schlafen, Fernsehen, Bier trinken, Chillen und Nichts tun. Ist das nicht schön? [...]

By | 2018-05-03T14:54:39+00:00 März 16th, 2018|Ernährungspsychologie|0 Comments

BGM-Teilnahmequote erhöhen / Fehler & Lösungen

BGM-Teilnahmequote erhöhen / Fehler und Lösungen Das Gesundheitsmanagement hat seine kleinen Tücken und Fallen, die im ersten Moment nicht betrachtet werden. Um das Thema Gesundheit in einem Unternehmen strategisch sinnvoll zu positionieren, werden Ihnen im Folgenden die typischen Fehler und besten Lösungen für eine hohe Teilnahmequote im Gesundheitsmanagement erläutert. Was läuft falsch? Was lässt sich kostenlos ändern! Fail: Niedrige Teilnahmequote Die Teilnahmequote in Gesundheitsmaßnahmen liegt im Durchschnitt bei grade mal ca. 10 % der Beschäftigten. Fail: Schlechtes internes Marketing Diejenigen, die das Thema „Gesundheit“ tendenziell ablehnen, werden auch in der Ansprache von BGM-Maßnahmen nicht abgeholt. Fail: Falsche Zielgruppe Die meisten Maßnahmen werden von denjenigen besucht, die sich ohnehin für Gesundheit interessieren und streng genommen gar nicht die relevante Zielgruppe sind. Fail: Ungünstige Grundassoziation Das Thema Gesundheit, wird nach wie vor mit Disziplin, Verzicht und Einschränkung assoziiert. Fail: Kein Wissensdefizit Die meisten Menschen wissen was gesund ist. Die relevanten Probleme liegen nicht im fehlenden Wissen. Fail: Wettkampfveranstaltungen Wo es Gewinner gibt, gibt es auch Verlierer. Wettkämpfe motivieren denjenigen, der ohnehin viel Sport treibt. Derjenige der normalerweise nichts tut wird auch hier wieder als Verlierer enden. Fail: Prüfungsangst und Frust Screenings und Check-Ups erwecken eine Prüfungsassoziation und lösen Angst aus. Teilnehmer haben Angst zu versagen, etwas „nicht zu schaffen“, oder „durchzufallen“. Fail: Kontrolle Bei Datenerhebungen haben Teilnehmer Angst davor, was mit Ihren Daten geschieht. Sie möchten nicht, das jemand von seinen Schwächen erfährt - vor allem nicht der Vorgesetzte und die Kollegen. Fail: Schlechte Intention Mitarbeiter haben häufig das Gefühl, das Gesundheitsmaßnahmen einzig und allein dazu dienen, ein Unternehmen leistungsfähiger und wirtschaftlicher zu machen. Er spürt, dass es häufig gar nicht wirklich um sein Wohlbefinden geht, sonder eher darum, [...]

By | 2018-05-03T14:54:39+00:00 März 13th, 2018|Gesundheitsmanagement|0 Comments

Not Heidis Girl & Embrace – Du bist schön.

Not Heidis Girl & Embrace - Du bist schön. In Deutschland entsteht eine Gegenbewegung zum Ideal-Körperbild und geht seit einigen Wochen forciert durch die Medien, denn Bauch-Beine-Po hat nichts mit Gesundheit zu tun. Mehr und mehr Menschen erkennen, wie die Leistungsgesellschaft sich auf unsere Psyche auswirkt und sagen „Nein“ zum Körperkult. Forscher beobachten aktuell, dass die Fitnesswelt der sozialen Medien den eigenen Selbsthass fördert, da sich Menschen unbewusst mit einer Fake-Ideal-Welt vergleichen. Der „Health-Lifestyle“ scheint nicht mehr viel mit Gesundheit zu tun zu haben, da ein extremer Perfektionismus und Schwarz-Weiß-Denken in den Köpfen der Fitnessbranche wächst. Die Grenze von Selbstoptimierung und Zwangsverhalten ist sehr schmal und die Risikogruppen sind auch hier sehr offensichtlich. Selbstwert-Themen, Angst & Narzissmus Sind wir nur wertvoll, wenn wir gut aussehen, perfekt funktionieren und unser Selbstwertgefühl von Leistungsstärke und Anerkennung abhängig ist? Die Selbstoptimierung und die Suche nach einer wertvollen Identität haben Konjunktur. Wie groß ist die Angst davor Fehler zu machen, schwach zu sein, nicht genug zu sein und zu versagen? Ist auch dies ein Auswuchs des typisch deutschen Narzissmus, der aus der Angst resultiert, als normaler Mensch in der Masse unterzugehen und sich einsam und leer zu fühlen? „Normalität" scheint in der Fitnessbranche nicht genug zu sein. So entwickelt sich aus diesem Denken ein endlos profitabler Milliarden-Markt - denn so wirklich satt, werden wir ja trotzdem nicht. Paradox bis psychisch krank Wir sind stolz auf unseren „Perfektionismus“ und verurteilen demnach die "Gelassenheit" und die "Genügsamkeit". Dieser Gegensatz ist Vielen nicht bewusst. Wir sind stolz darauf gestresst zu sein, da wir Leistungsstärke repräsentieren, wir sind stolz darauf wenig zu schlafen, da wir eine geringe Regenerationszeit repräsentieren, wir sind stolz darauf multitaskingfähig zu sein, da wir Effizienz repräsentieren. Auch der [...]

By | 2018-05-03T14:54:40+00:00 März 8th, 2018|Ernährungspsychologie|0 Comments

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