About Frédéric Letzner

Als Keynote-Speaker, Trainer und zertifizierter Ernährungsberater/-therapeut habe ich mich der Aufgabe gewidmet, die Hintergründe vom Gesundheits- & Ernährungsverhalten zu erkunden & diese in anschaulichen, amüsanten & ehrlich-provokanten Vorträgen/Seminaren zu vermitteln.

„Tag der gesunden Ernährung 2018“ – Einfache Fragen die ein Ernährungspsychologe anders beantwortet.

"Tag der gesunden Ernährung 2018" - Einfache Fragen die ein Ernährungspsychologe anders beantwortet. Im Interview zum "Tag der Ernährung" wurden mir diese simplen Fragen gestellt und scheinbar überraschte ich mit den Antworten, da typischerweise etwas ganz anderes von mir als "Ernährungsberater" erwartet wurde. Hier das kleine Interview mit scheinbar ganz einfachen Fragen: Haben Sie einen Geheimtipp für uns zur perfekten Ernährung für ein gesundes Leben? Nein, leider nicht (lacht). Wir Menschen wünschen uns für alles eine perfekte und effiziente Lösung. Das ist zwar verständlich. Wir dürfen jedoch nicht vergessen, dass Essverhalten nicht nur kopfgesteuert ist, sondern auch emotional ist. Deshalb gibt es auf diese Frage keine "richtige" Antwort. Ich könnte jetzt behaupten, dass Gemüse, Vollkorn, Wasser, Obst und so weiter "optimal" sind. Der Mensch ist jedoch keine Maschine und mag es auch sehr gerne, unvernünftig zu sein und etwas zu erleben. Genauso wie es zum Menschsein dazu gehört, sich ausgewogen und vernünftig zu verhalten, gehört es eben auch dazu, die "verbotenen" Dinge bewusst und wertschätzend, das heißt ohne schlechtes Gewissen, genießen zu können. Das heißt, man darf sich ruhig auch mal etwas gönnen? Auf jeden Fall. Wichtig ist aber, zu wissen, dass Genuss sich selbst begrenzt und dass das letzte Stück der Schokoladen-Tafel selten genussvoll ist. Wenn wir also dieses Gönnen bis zum Extrem ausreizen, hat das weder mit Vernunft noch mit Genuss zu tun. Erst dann wird es wirklich "ungesund". Klingt eigentlich einfach. Dennoch machen sich die Menschen gefühlt heute so viele Gedanken über ihre Ernährung wie nie zuvor. Warum ist das so? Das ist schon irgendwie paradox. Während eigentlich jedes Kind schon weiß, was gesunde Ernährung bedeutet, sind so viele Erwachsene scheinbar verunsichert und wissen nicht so [...]

By | 2018-05-03T14:54:40+00:00 März 7th, 2018|Ernährungspsychologie|0 Comments

Schatten der Digitalisierung : Suchtgefahr von Social Media

Schatten der Digitalisierung : Suchtgefahr von Social Media Aktuell beginnt ein deutschlandweiter Diskurs über die Suchtanfälligkeit von Social Media. Mit den Chancen der schnelllebigen Zeit, entstehen immer mehr unangenehme Schatten, die auf den ersten Blick kaum erkennbar sind. Forscher aktueller Studien stufen die Nutzung der Netzwerke als problematisch ein und beobachten, dass sich bekannte Muster von Suchterkrankungen abzeichnen. Inzwischen gibt es auf den deutschen Straßen mehr Unfalltote wegen Smartphones, als wegen Alkohol am Steuer. Scheinbar fällt es sehr schwer, die Finger vom Endgerät zu lassen oder auch nachts das Gerät einfach mal stummzuschalten. Während aktuelle Studien beschreiben, dass der Smartphone-Gebrauch eine krankhafte Dimension erreicht, gehen die tatsächlichen Folgen von WhatsApp, Instagram und Youtube weit über die reine Affinität zum Social Media hinaus. Insbesondere wird diskutiert, ob exzessive Nutzung sozialer Netzwerke Depression hervorruft. Auffällig ist, dass unter Jugendlichen, die ein problematisches Nutzungsverhalten entwickelt haben, Depressionen deutlich weiter verbreitet sind. Züchtet Social Media "Perfektionismus"? In einer britischen Studie kamen Forscher zu dem Ergebnis, dass soziale Medien sehr negative Folgen auf unsere Psyche haben können. Vor allem die dort präsentierte Scheinwelt und die Affinität zu den Extremen ist ein großes Problem. Normalität hat in den sozialen Medien keinen Sensationswert und menschliche Fehlbarkeit und Schwäche hat online vergleichsweise wenig Platz. Durch das Betrachten von perfekten und bearbeiteten Fotos vergleichen sich Menschen unbewusst mit dem, was sie dort sehen. Schon Kinder und Jugendliche entwickeln das Gefühl, sie seien nicht gut genug und müssten besser sein, besser aussehen und disziplinierter sein. So bezeichnen viele junge Frauen ihren Körper als zu dick, zu hässlich, zu fett und einfach ekelhaft. Wann ist "Gesundheit" ungesund? Selbst im Gesundheitswesen geht es inzwischen mehr um Selbstoptimierung, Bauch-Beine-Po, Effizienz und den [...]

By | 2018-05-03T14:54:40+00:00 März 2nd, 2018|Social Media Sucht|0 Comments

Ernährungsinformation versagt & gibt ab an die Ernährungspsychologie

Ernährungsinformation versagt & gibt ab an die Ernährungspsychologie Meta-Analysen zeigen mehr und mehr, dass die klassische Ernährungstherapie bei Adipositas und Übergewicht langfristig nicht funktioniert. Während eine Therapie zwar kurzfristige Erfolge verzeichnen kann, so ist die langfristige Prognose leider erschlagend. Verhaltensänderung hat scheinbar nichts mit dem Wissen über Risiken und Nährstoffe zu tun. Während schon Kinder im Grundschulalter sehr gut wissen, was gesund und vernünftig ist, so sind die tatsächlichen Vorlieben eher im Bereich der Sünden und Verbote gelagert. Deutschland hat schlicht und einfach kein Wissensdefizit, sondern tut sich mit der Umsetzung schwer. Wie sinnvoll ist es dann immer mehr Zahlen, Daten, Fakten zu vermitteln, wenn dieses Wissen im Endeffekt keinerlei Veränderung bewirkt? Ich bin doch nicht blöd Dicke sind nicht dumm! Die klassische Ernährungsinformation bleibt in konservativen Schienen und versucht dem unvernünftigen Übergewichtigen zu erklären, dass Obst und Gemüse eine bessere Wahl ist als Schokolade und Kola. Übergewichtige Menschen wissen jedoch meist sehr viel über Ernährung. Nach jahrelanger Diäterfahrung und tiefgehender Fachliteratur verstehen sie sehr gut, was sie theoretisch verändern müssten um an Körpergewicht zu verlieren. Die meisten Ernährungsberater verkaufen diese Zielgruppe demnach immernoch für dumm, wenn sie der Annahme nachgehen, dass diese Gruppe es scheinbar noch immer nicht verstanden hat. Verhalten braucht keine Daten Die Ernährungswissenschaft hat vor allem im Bereich der Forschung, als auch im Bereich der Ernährungstherapie bei Allergien und Unverträglichkeiten ihre Sinnhaftigkeit. Wenn es jedoch um Verhaltensänderung bei Übergewicht geht, ist die Ernährungswissenschaft verhältnismäßig irrelevant: Denn Verhalten ist Psychologie. Sobald es darum geht sein Verhalten langfristig zu verändern, müssen ganz andere Themen in den Fokus gezogen werden, als dass, was im Studium der Ernährungswissenschaften aktuell vermittelt wird. Die Themenbereiche Motivation, Vertrauen, Verantwortung, Selbstachtung, Emotionales Essen, Wohlbefinden, [...]

By | 2018-05-03T14:54:40+00:00 Februar 26th, 2018|Ernährungspsychologie|0 Comments

Kinder & Selbsthass dank Fitnesswahn?

Kinder & Selbsthass dank Fitnesswahn Während ich in meiner Branche beobachten darf, wie schon Kindern erklärt wird wie sie sich zu verhalten haben um bloß nicht dick zu werden, bekomme ich Gänsehaut, wenn ich mir die aktuellen Ereignisse anschaue. Alleine in den letzten 3 Monaten hat sich in Schulprojekten, an denen ich mit Jugendlichen (Klasse 7 - 9) arbeiten durfte, ein ernstzunehmendes Tabuthema herauskristallisiert. Essstörungen und selbstverletzende Verhaltensweisen beginnen meist im Alter zwischen neun und elf Jahren und werden oft schlicht und einfach nicht erkannt. Während sich die heutigen Erwachsenen vor nichts mehr scheuen, wenn es darum geht endlich dünn zu sein, so ist es vor allem dank des Social Media wichtig, mit Jugendlichen offen darüber zu diskutieren. Jede Woche sind wir mit mehreren tausend bearbeiteten Bildern konfrontiert, die ein markelloses Körperbild präsentieren, welches nicht der Realität entspricht. Instagram, Facebook und Co. züchten einen gefährlichen Perfektionismus der den Ekel vor sich selbst fördert. Jeder, der nicht nachkommt fühlt sich im direkten Vergleich schlecht, wertlos und falsch. Viele Erwachsene sind überfordert und zu vorsichtig, wenn es um die sensiblen Themen "Selbsthass" und "Angst" geht. Noch vor 6 Wochen haben wir im Team eine Projektwoche an einer Schule durchgeführt und einfach mal den offenen Diskurs gewagt. Um die Diskussion über den eigenen Körper in Gang zu bringen, starteten wir mit den beiden Fragen: „Wer fühl sich zu dick?" und „Wer sich zu dünn? Mit Handzeichen sollten sich die Kinder freiwillig melden. Bemerkenswert wahr, dass sich alle Kinder gemeldet haben. Keines der Kinder war mit dem eigenen Körper zufrieden oder hat sich bei der Frage enthalten. Ein Kind hatte sich sogar bei beiden Fragen gemeldet und fühlte sich sowohl zu dünn und als auch [...]

By | 2018-05-03T14:54:40+00:00 Februar 13th, 2018|Ernährungspsychologie|0 Comments

Die „Weniger-Essen“-Psycho-Tricks

Die "Weniger-Essen"-Psycho-Tricks Während die meisten Menschen relativ gut wissen, was sie verändern müssten um abzunehmen, scheint das eigentliche Problem in der Umsetzung zu liegen. Der plumen Aussage „Iss halt einfach mal weniger“ stehen offensichtlich einige Widerstände entgegen, die uns mitunter garnicht bewusst sind. Neben vielseitiger Informationen zu Lebensmittelinhaltsstöffen und Ernährungskonzepten, wird nach wie vor sehr häufig missachtet, dass Menschen schlicht und einfach viel zu viel und regelmäßig über das Sättigungsgefühl hinaus essen. Warum essen wir mehr als wir brauchen? Fressneid: Wir sind gedanklich immer schon bei der nächsten Portion. Es gibt Studien die aufzeigen, dass derjenige, der mit dem Blick zum Buffet sitzt mehr isst, als derjenige, der mit dem Rücken zum Buffet sitzt. Fressneid ist hierbei ein zentraler Grund, warum wir mehr essen als wir brauchen. Preis-Leistungs-Verhältnis: Wir lieben es, möglichst viel Essen für möglichst wenig Geld zu bekommen und bevorzugen daher große Jumbo-Packung mit besserem Preis-Leistungs-Verhältnis. Die größeren Portionen bewirken, dass wir mehr essen als wir brauchen. Mehr ist mehr: Große Portionen sind ein Qualitätskriterium. Wir lieben XXL-Schnitzel und Riesenburger. Restaurants bewerben ihr Lokal mit weltrekord-verdächtigen Super-Angeboten. Wir lieben Extreme und wollen etwas besonderes sein. Vernunft ist hierbei kein Argument. Geiz ist geil: „Ich habe es ja bezahlt“ und „Es muss sich ja lohnen“. Am Buffet mit „all you can eat“ greifen wir richtig zu, da wir möglichst effizient konsumieren möchten. Geiz und Gier treiben das Essen mit großem Tempo in unseren Mund. Nachkriegs-Angst: Wenn wir unsere Freunde zum Essen einladen, wird nach wie vor „viel zu viel“ gekocht. Lieber noch 1-2 Portionen mehr zubereiten, damit jeder genug hat. Lieber zu viel als zu wenig ist die Devise. Rezeptbücher der letzten Jahrzehnte zeigen, dass die Portionsgrößen vergleichbarer [...]

By | 2018-05-03T14:54:40+00:00 Februar 5th, 2018|Abnehmen, Ernährungspsychologie|0 Comments

Schweinehund? Die Psyche der Unvernunft

Schweinehund: Die Psyche der Unvernunft An jeder Ecke steht ein Coach. Tausende Trainer und Berater stürmen die Bühne und motivieren zur Persönlichkeitsentwicklung, Selbstoptimierung und Leistungsfähigkeit. Dabei klingen all diese Tipps und Tricks doch immer so einfach. Insbesondere die eifrigen Trainer-Hopping-Spezialisten, die seit Jahren sämtliche Podcasts, YouTube-Videos und Seminare konsumieren, müssten demnach ja die erfolgreichsten Lebenskünstler sein. Doch was steht dem entgegen? Neun gute Gründe um nicht vernünftig zu sein: Grund Nummer 1: Gut Aussehen Wer gut Aussehen will muss leiden. Quäl dich selbst und hör auf mit den Ausreden. Es gibt viele gute Möglichkeiten zum Abnehmen. Von Pillen, Abführmittel, Fasten, Operationen, Hunger ignorieren, erkältet Sport machen, Sättigungshilfen schlucken bis hin zu radikalen Ernährungsrichtungen und Essstörungen: Ja, Bulimie funktioniert auch. Wenn es eine Pille gäbe, die uns unserem Traumkörper verschaffen würde, würden wir vermutlich alle zugreifen - egal ob das gesund und vernünftig wäre oder eben nicht. Grund Nummer 2: Dazu gehören Wer dazugehören will, der muss sich auch behaupten. Die coolen Kids müssen schon was drauf haben. Von Mutproben, Rauchen, Kiffen, Kampftrinken, Party machen bis hin zur Selbstverletzung. Wer will denn schon der spießige Spielverderber sein. Jetzt stell dich mal nicht so an. Voll das Opfer, ey! Grund Nummer 3: Effizient sein  Von nix kommt nix! Nur wer leistet ist was Wert. Von Multitasking, leistungssteigernde Drogen, Schlafentzug, Pausenverzicht, Überstunden bis hin zu bedingungslosen Hingabe. Bloß nicht Nichts tun - Ich bin doch kein Schwächling. Schlafen kann ich wenn ich alt bin und wer macht denn schon Entspannungsübungen? Alles esotherische Waschlappen! Grund Nummer 4: Perfektionistisch sein Ganz oder garnicht! Machs richtig oder lass es! Von Detailverliebtheit, niedriger Fehlertoleranz, Angst vorm Versagen, chronischer Stressbelastung bis hin zum Selbsthass. Besser geht immer und [...]

By | 2018-05-03T14:54:40+00:00 Januar 31st, 2018|Gesundheitsmanagement|0 Comments

Feel-Good-Management – Was kann FGM wirklich?

Kann "Feel-Good-Management" das klassische BGM ersetzen? Folgende 11 Thesen sprechen dafür, sich mit dieser Frage auseinanderzusetzen.  1. Das Gesundheitsmanagement hat seine Tücken und Grenzen. Häufig werden nur diejenigen mit Maßnahmen adressiert, die sich ohnehin für "Gesundheit" interessieren. Die relevante Zielgruppe bleibt auf der Strecke. 2. Die klassischen Themenfelder "Ernährung", "Bewegung", "Entspannung" und "Sucht" liefern kaum neuen Input. Inzwischen weiß jedes Kind was im allgemeinen als gesund und ungesund betitelt wird. Wir setzen es ja trotzdem nicht um. 3. Wir sind unvernünftig. Unsere Prioritäten liegen nicht auf "Gesundheit". Wir wollen lieber "funktionieren" und "effizient" sein, auch wenn wir dafür unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit vernachlässigen. Nicht selten opfern wir uns für unser Unternehmen auf bis es knallt. 4. Wir lassen uns nichts vorschreiben. "Geh mir wech mit dem Thema Gesundheit". Es ist ein durchaus sensibles und intimes Thema, welches mit Frust und Selbst-Enttäuschung besetzt ist. Die Aufforderung zur Verhaltensänderung ist manchmal schon zum täglichen Laster geworden. 5. Es hat geringe Relevanz. In dem Moment wo wir uns für unser Unternehmen aufopfern, wir überlastet sind, keine Wertschätzung erfahren, die Arbeit keinen Spaß macht und wir nicht das Gefühl von Sinnhaftigkeit haben, sind "Gesundheits-Tipps" selten besonders hilfreich. Andere Dinge sind da häufig viel relevanter. 6. Unser Wohlbefinden beeinflusst unsere Gesundheit und unser Gesundheitsverhalten. Wer sich wohl fühlt und zufrieden ist, wird sich auch selbst Gutes tun wollen. Zufriedenheit ist die beste Prävention gegen Depression, Psychosomatik, Stressessen, Stressrauchen, Alkoholmisbrauch, Autoagression und Resignation. Wenn es uns gut geht verhalten wir uns automatisch gesünder. 7. Verhaltensänderung braucht Wohlbefinden. Ex-Raucher fangen wieder an zu Rauchen, wenn es stressig ist und Belastungen sind auch meistens die Ursache für ein ungesundes oder gestörtes Essverhalten. Viele Gewohnheiten haben einen [...]

By | 2018-05-03T14:54:40+00:00 Januar 29th, 2018|Feel Good Management|0 Comments

Wer will denn schon vernünftig sein?

Wer will denn schon vernünftig sein? Das Wort „Gesundheit“ wird negativ assoziiert. Kaum jemand möchte vernünftig sein. Der Mensch möchte etwas erleben, ganz nach dem Motto „Sex, Drugs, Rock’n’Roll“. Schon als Kind hören wir höchst motivierende Aussagen wie „Iss deinen Brokkoli“, „Zieh deine Jacke an“, „Sitz grade“ und „Sitz nicht so nah vorm Bildschirm“. Das beste Argument was Eltern in dem Moment anbringen ist „das ist gesund, sei vernünftig“. Abweichend kommen zusätzlich noch weitere wenig überzeugende Aussagen wie „Sonst bekommst du viereckige Augen“, „Damit du groß und stark wirst“ oder „Sonst erkältest du dich“. Schlussfolgernd kommt diese Überzeugungsstrategie immer genau dann, wenn es grade nicht schmeckt und keinen Spaß macht. Vielen Kindern läuft es kalt den Rücken hinunter wenn ihr Mutter ankündigt etwas „gesundes“ gekocht zu haben. Angenehmer ist es doch, wenn das Mittagessen mit „Ich habe etwas leckeres für euch.“ angekündigt wird. Diese frühen Erfahrungen bleiben als Erwachsener gut nachvollziehbar, wenn gezielt nach der Begeisterung für das Thema „Gesundheit“ gefragt wird. Es wird nach eigener Wahrnehmung häufig immer erst dann relevant, wenn man krank ist. Es erinnert an lästige Arztbesuche und schmerzhafte Behandlungen. Ausgerechnet wird es immer dann zum Thema, wenn man alt und offensichtlich sterblich wird. Und wer möchte das schon? Am liebsten würden wir doch essen, trinken und machen was wir wollen ohne Krankheit und Tod jemals befürchten zu müssen. Wir wollen etwas erleben ohne uns einschränken müssen. Der Gesundheitsbegriff hat demnach heute einen anstrengenden und lästigen Charakter, der die schönen Dinge des Lebens verbietet. „Geh mir doch wech mit dem Thema Gesundheit“ ist in Deutschland wirklich kein selten ausgesprochener Satz. Besonders in den Momenten, wo die Gesundheit sich negativ auf die eigene Leistungsfähigkeit auswirkt, wird es zu [...]

By | 2018-05-03T14:54:40+00:00 Januar 18th, 2018|Ernährungspsychologie|0 Comments

5 Gründe warum wir kein Obst- und Gemüse mögen.

5 Gründe warum wir kein Obst- und Gemüse mögen. Gesundheit scheitert nicht aufgrund von Wissensdefiziten, sondern an der Umsetzung. Im Folgenden werden die ernährungspsychologischen Hintergründe des Essverhaltens erläutert, welche begünstigen, dass häufig wenig Obst und Gemüse verzehrt wird. 1. Psychologische Reaktanz Ein Mensch der sich in seinen freien Entscheidungen eingeschränkt oder bevormundet fühlt, reagiert mit einer Art „Trotzverhalten“. Ernährungsempfehlungen die vorschreiben, wie gegessen werden soll, bewirken bei der relevanten Zielgruppe eine Abwehrreaktion, da das Essverhalten ein sehr intimes und emotionsgeladenes Themenfeld ist. Allein die Aussage: „Esst mehr Obst und Gemüse“ erzeugt demnach Reaktanzverhalten und ist daher nicht zielführend. Schon die Ernährungserziehung bringt häufig mit sich, dass „Gesundheit“ und „Vernunft“ mit Unlust und Bestrafung assoziiert werden. Sätze wie „Iss deinen Brokkoli“, „Zieh deine Jacke an“, „Sitz grade“ und „Sitz nicht so nach vorm Bildschirm“ werden häufig als Ermahnungen wahrgenommen und sind unangenehm. Auch Erwachsene assoziieren das Thema „Gesundheit“ mit Arztbesuchen, Genussverzicht, Alter, Einschränkungen und Disziplin und sind daher selten begeistert wenn es um „gesunde Ernährung“ geht. Diesen Effekt konkret zu diskutieren und bewusst auf den „erhobenen Zeigefinger“ zu verzichten, verstärkt das Gefühl der Selbstständigkeit, Verständnis und Eigenverantwortung. 2. Entstehung von Vorlieben Verknappung erzeugt Präferenz: Das was selten ist, ist wertvoll. Seltene Lebensmittel wie Champagner und Kaviar haben einen hohen Preis, da durch die Limitierung der Wert steigt. Ein Verbot oder eine Einschränkung bewirkt, dass Etwas als besonders wertvoll empfunden wird. Hieraus resultiert, dass die Lebensmittel, die als „schlecht“, „ungesund“ und „falsch“ betitelt werden unterbewusst als wertvoll und besonders bewertet werden. Die Dinge die im Überfluss angeboten werden, oder sogar aufgezwungen werden, werden demnach als minderwertig und uninteressant empfunden. Auf diese Weise lässt sich erklären, warum Obst und Gemüse häufig tendenziell gemieden werden. [...]

By | 2018-05-03T14:54:41+00:00 Januar 15th, 2018|Ernährungspsychologie|0 Comments

Ernährungspsychologie & Gesundheitsverhalten – Artikel von Frédéric Letzner

Ernährungspsychologie & Gesundheitsverhalten - Artikel: "Du isst, wie du bist" von Frédéric Letzner Artikel und Veröffentlichung: Top Magazin Bonn Nr. 02/2017 Sind wir mal ehrlich: Die meisten Menschen wissen, wie eine gesunde Ernährung auszusehen hat. Viel interessanter ist die Frage, warum sich viele nicht dran halten. „Essen ist ein emotionales Thema“, sagt Ernährungscoach Frédéric Letzner und geht die Thematik aus einer etwas anderen Perspektive an. Im Top Magazin Bonn erklärt er, warum Genuss ein absolutes Muss ist.Wer eine Ernährungsberatung wahrnimmt, weiß meist sehr genau, was er falsch macht. Häufig begegnen mir Aussagen wie: „Ich müsste mehr Wasser trinken, weniger Süßes und Fettes essen, mich mehr bewegen, länger schlafen und so weiter.“ Auch Kinder haben meist eine sehr gute Vorstellung davon, was sie im Idealfall essen und was sie meiden sollten. Sprich: dass ein Apfel deutlich besser für sie ist als eine Tafel Schokolade. Und dennoch greifen nicht nur die Kleinen, sondern auch wir Erwachsenen immer wieder zu genau den Dingen, die wir eigentlich als „ungesund“ betiteln. Wir essen zu viel, zu schnell und zu einseitig. Die Entschuldigungen variieren je nach Anlass: „Das habe ich mir verdient. Neinsagen ist unhöflich. Es liegen zu lassen, wäre Verschwendung. Ich habe es eilig.“ Oder mein Favorit: „Wenn der Teller leer ist, scheint morgen die Sonne.“ Es scheint also gar nicht so leicht, das vorhandene Wissen auch tatsächlich umzusetzen. Genau hier sollte eine moderne Ernährungsberatung ansetzen, statt auf den bereits bekannten Grundlagen „herumzukauen“. Iss deinen Brokkoli Die Gesundheit ist nicht das ausschlaggebende Argument, wenn es um das eigene Verhalten geht. Ich würde sogar behaupten: Gesundheit ist out! Schon seit der Kindheit hören wir das Unwort „gesund“ immer genau dann, wenn es uns nicht schmeckt, wenn wir vernünftig sein [...]

By | 2018-05-03T14:54:41+00:00 Januar 8th, 2018|Ernährungspsychologie|0 Comments

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