Schatten der Digitalisierung : Suchtgefahr von Social Media

Aktuell beginnt ein deutschlandweiter Diskurs über die Suchtanfälligkeit von Social Media. Mit den Chancen der schnelllebigen Zeit, entstehen immer mehr unangenehme Schatten, die auf den ersten Blick kaum erkennbar sind. Forscher aktueller Studien stufen die Nutzung der Netzwerke als problematisch ein und beobachten, dass sich bekannte Muster von Suchterkrankungen abzeichnen. Inzwischen gibt es auf den deutschen Straßen mehr Unfalltote wegen Smartphones, als wegen Alkohol am Steuer. Scheinbar fällt es sehr schwer, die Finger vom Endgerät zu lassen oder auch nachts das Gerät einfach mal stummzuschalten. Während aktuelle Studien beschreiben, dass der Smartphone-Gebrauch eine krankhafte Dimension erreicht, gehen die tatsächlichen Folgen von WhatsApp, Instagram und Youtube weit über die reine Affinität zum Social Media hinaus. Insbesondere wird diskutiert, ob exzessive Nutzung sozialer Netzwerke Depression hervorruft. Auffällig ist, dass unter Jugendlichen, die ein problematisches Nutzungsverhalten entwickelt haben, Depressionen deutlich weiter verbreitet sind.

Züchtet Social Media „Perfektionismus“?

In einer britischen Studie kamen Forscher zu dem Ergebnis, dass soziale Medien sehr negative Folgen auf unsere Psyche haben können. Vor allem die dort präsentierte Scheinwelt und die Affinität zu den Extremen ist ein großes Problem. Normalität hat in den sozialen Medien keinen Sensationswert und menschliche Fehlbarkeit und Schwäche hat online vergleichsweise wenig Platz. Durch das Betrachten von perfekten und bearbeiteten Fotos vergleichen sich Menschen unbewusst mit dem, was sie dort sehen. Schon Kinder und Jugendliche entwickeln das Gefühl, sie seien nicht gut genug und müssten besser sein, besser aussehen und disziplinierter sein. So bezeichnen viele junge Frauen ihren Körper als zu dick, zu hässlich, zu fett und einfach ekelhaft.

Wann ist „Gesundheit“ ungesund?

Selbst im Gesundheitswesen geht es inzwischen mehr um Selbstoptimierung, Bauch-Beine-Po, Effizienz und den perfekten Körper, als um Selbstachtung und Wohlbefinden. Durch die ständige Konfrontation mit dem scheinbar „perfekten“ Leben anderer entwickeln viele das Gefühl, das alle anderen ein tolles Leben hätten und nur sie selbst irgendwie falsch seien. Neue Krankheitsbilder mit extremem Schwarz-Weiß-Denken, autoaggressivem Verhalten bis hin zum krankhaftem „Gesundheitswahn“ dürfen als Folgen von intensiver Social-Media-Nutzung in Erwägung gezogen werden. Vor allem chronischer Stress, psychosomatische Beschwerden, Essstörung und Depression gehen häufig mit Perfektionismus und der Angst einher, nicht genug zu sein.

Offener Umgang mit Schwäche

Nicht selten haben wir das Gefühl uns vor uns selbst und vor anderen behaupten zu müssen. Vor allem bei extremer Leistungsorientierung ist Schwäche und Fehlbarkeit fast schon ein Tabuthema. Präventionsmaßnahmen für Kinder und Jugendliche müssen tief greifen und Themen wie Ängste, Zweifel, Selbstwert, Kompensation, Tabus, Stress, Autoaggression, Mutproben, Perfektionismus, Körperbild, Harmoniebedürftigkeit, Zugehörigkeit, Geltungsdrang und Schwäche offen thematisieren und im Gespräch mit Kindern und Jugendlichen diskutieren. In einer Social-Media-Welt, die die eine heile Welt präsentiert, wird vor allem das bewusst machen von Normalität und Schwäche sinnvoll. Ganz nach dem Motto: „Wir sind genug und passen aufeinander auf“.

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By | 2018-05-03T14:54:40+00:00 März 2nd, 2018|Social Media Sucht|0 Comments

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