BGM-Teilnahmequote erhöhen / Fehler und Lösungen

Das Gesundheitsmanagement hat seine kleinen Tücken und Fallen, die im ersten Moment nicht betrachtet werden. Um das Thema Gesundheit in einem Unternehmen strategisch sinnvoll zu positionieren, werden Ihnen im Folgenden die typischen Fehler und besten Lösungen für eine hohe Teilnahmequote im Gesundheitsmanagement erläutert. Was läuft falsch? Was lässt sich kostenlos ändern!

Fail: Niedrige Teilnahmequote

Die Teilnahmequote in Gesundheitsmaßnahmen liegt im Durchschnitt bei grade mal ca. 10 % der Beschäftigten.

Fail: Schlechtes internes Marketing

Diejenigen, die das Thema „Gesundheit“ tendenziell ablehnen, werden auch in der Ansprache von BGM-Maßnahmen nicht abgeholt.

Fail: Falsche Zielgruppe

Die meisten Maßnahmen werden von denjenigen besucht, die sich ohnehin für Gesundheit interessieren und streng genommen gar nicht die relevante Zielgruppe sind.

Fail: Ungünstige Grundassoziation

Das Thema Gesundheit, wird nach wie vor mit Disziplin, Verzicht und Einschränkung assoziiert.

Fail: Kein Wissensdefizit

Die meisten Menschen wissen was gesund ist. Die relevanten Probleme liegen nicht im fehlenden Wissen.

Fail: Wettkampfveranstaltungen

Wo es Gewinner gibt, gibt es auch Verlierer. Wettkämpfe motivieren denjenigen, der ohnehin viel Sport treibt. Derjenige der normalerweise nichts tut wird auch hier wieder als Verlierer enden.

Fail: Prüfungsangst und Frust

Screenings und Check-Ups erwecken eine Prüfungsassoziation und lösen Angst aus. Teilnehmer haben Angst zu versagen, etwas „nicht zu schaffen“, oder „durchzufallen“.

Fail: Kontrolle

Bei Datenerhebungen haben Teilnehmer Angst davor, was mit Ihren Daten geschieht. Sie möchten nicht, das jemand von seinen Schwächen erfährt – vor allem nicht der Vorgesetzte und die Kollegen.

Fail: Schlechte Intention

Mitarbeiter haben häufig das Gefühl, das Gesundheitsmaßnahmen einzig und allein dazu dienen, ein Unternehmen leistungsfähiger und wirtschaftlicher zu machen. Er spürt, dass es häufig gar nicht wirklich um sein Wohlbefinden geht, sonder eher darum, dass er noch effizienter funktionieren soll.

DIE BESTEN TIPPS FÜR ERFOLGREICHES BGM

Solution: Ansprechende zielgruppenspezifische Titel

„Rückenschule“, „Suchtprävention“ & „Ernährungsberatung am Arbeitsplatz“. Es ist wirklich kein Wunder, dass so wenige Menschen in Gesundheitsmaßnahmen sitzen. Allein ein attraktiver Titel kann entscheidend dafür sein, dass ein Seminar besucht wird. Nutzen Sie doch mal provokante, ansprechende und humorvolle Titel um Ihr Thema attraktiv zu machen. „Vernunft ist kein Argument“, „Dicke sind nicht dumm“, „Keine Zeit für Spielchen“ oder „Essen oder Ausrasten“: Es gibt so viele Möglichkeiten in der Titelwahl unterhaltend und attraktiv zu wirken, um Aufmerksamkeit und Nachfrage zu erzeugen.

Solution: Marketing bunt und plakativ

Der Appell an die Vernunft reicht nicht aus. Auch wenn wir glauben möchten, dass Menschen immer rational und vernünftig entscheiden: so ist es nicht. Nehmen Sie sich ein Beispiel an der Werbeindustrie und arbeiten Sie mit emotionalen Bedürfnissen, ansprechenden Bilder und tollen Farben. Nichts ist schlimmer als ein schwarz-weißer Zettel am schwarzen Brett. Wenn ein Unternehmen eine eine Marketing-Abteilung hat, dann soll diese Bitte auch das interne Gesundheitsmanagement bewerben.

Solution: Sprechen Sie die richtige Zielgruppe an

Überlegen Sie sich genau, wen Sie eigentlich erreichen wollen und locken Sie Ihn mit den geeigneten Methoden. Derjenige, der normalerweise etwas Besseres zu tun hat, als zu einem Gesundheitsseminar zu gehen, möchte nicht an die Vernunft appelliert werden. Derjenige, der keine Zeit hat, möchte seine Zeit nicht opfern und derjenige, der sein Feierabendbier braucht, wird ungern freiwillig länger bleiben als er muss. Locken Sie Ihre Zielgruppe mit den Dingen, die sie wirklich wollen und thematisieren Sie dann das, was Sie vermitteln wollen. Sie können auch mit alkoholfreiem Freibier und Currywurst locken – wo ist das Problem?

Solution: Nehmen Sie den Widerstand ernst und bleiben Sie authentisch

Diskutieren Sie doch erst einmal darüber, warum Menschen gerne „unvernünftig“ sind, bevor Sie an die Vernunft appellieren. Hören Sie auf mit sinnloser Wissensvermittlung, wenn doch eigentlich jedes Kind weiß, was es „eigentlich“ tun müsste. Verkaufen Sie Ihre Mitarbeiter nicht für blöd: Die Wissen schon sehr viel. Vor allem Übergewichtige Menschen haben schon die meisten Bücher gewälzt und kommen trotzdem nicht weiter. Menschen sind emotional und was „gesund schmeckt“ ist nicht immer „lecker“. Sie erreichen sogar Ihrer Leute, wenn Sie aufhören so zu tun Menschen vernünftig wären und Sie humorvoll die „böse“ Seite des Menschen beleuchten.

Solution: Gute Inhalte

Gehen Sie darauf ein, welche Mechanismen hinter emotional gesteuertem Verhalten stecken, warum Menschen Frustessen betreiben, sich vor Emotionen ablenken und Perfektionismus und der eigene Leistungsanspruch auf unser Stressempfinden und unser Gesundheitsverhalten wirkt. Gehen Sie auf Emotionen, Ängste, Frust und Selbstverurteilung ein. Fördern Sie Wertschätzung und Wohlbefinden, damit Menschen das Gefühl haben es wert zu sein, sich um sich selbst kümmern zu dürfen. Achten Sie darauf, dass sich Menschen nicht aufopfern, auch wenn das kurzfristig für das Unternehmen profitabel zu sein scheint. Die Inhalte der Ernährungspsychologie und der Gesundheitspsychologie sind passender als z.B. ein klassisches Ernährungsseminar oder die ermahnende Suchtprävention. Es darf sogar Spaß machen, provokant sein und emotional werden.

Solution: Vorsicht bei Klassikern

Seien Sie höchst sensibel mit Screenings, Check-Ups und Wettkämpfen. Dies ist die Königsdisziplin im Gesundheitsmanagement und braucht eine wertschätzende Fehlerkultur im Unternehmen. Zu früh oder im falschen Setting, werden Sie die relevanteste Zielgruppe schnell verscheucht haben und schießen sich ins eigene Knie.

Solution: „Best Practice“ Ein Event für Alle

Organisieren Sie doch mal eine spannende Abendveranstaltung mit Sektempfang und Event-Charakter. Das Gesundheitsevent darf mindestens so wertvoll sein, wie Ihre Weihnachtsfeier, oder? Bieten Sie einen unterhaltsamen Rahmen mit wertschätzendem Miteinander. Auch Ihre Kollegen werden sehen, dass es eine Geste der Wertschätzung ist und es nicht nur um Effizienzsteigerung geht. Und ganz nebenbei stehen auch noch professionelle Referenten mit humorvoll gestalteten Gesundheitsvorträgen auf der Bühne und regen zum Nachdenken an.

PS: Strategie-Workshops mit individueller Betrachtung der Ausgangssituation und spezifischer Strategieentwicklung gibt es natürlich auch.

By | 2018-05-03T14:54:39+00:00 März 13th, 2018|Gesundheitsmanagement|0 Comments