Kann „Feel-Good-Management“
das klassische BGM ersetzen?

Folgende 11 Thesen sprechen dafür, sich mit dieser Frage auseinanderzusetzen. 

1. Das Gesundheitsmanagement hat seine Tücken und Grenzen. Häufig werden nur diejenigen mit Maßnahmen adressiert, die sich ohnehin für „Gesundheit“ interessieren. Die relevante Zielgruppe bleibt auf der Strecke.

2. Die klassischen Themenfelder „Ernährung“, „Bewegung“, „Entspannung“ und „Sucht“ liefern kaum neuen Input. Inzwischen weiß jedes Kind was im allgemeinen als gesund und ungesund betitelt wird. Wir setzen es ja trotzdem nicht um.

3. Wir sind unvernünftig. Unsere Prioritäten liegen nicht auf „Gesundheit“. Wir wollen lieber „funktionieren“ und „effizient“ sein, auch wenn wir dafür unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit vernachlässigen. Nicht selten opfern wir uns für unser Unternehmen auf bis es knallt.

4. Wir lassen uns nichts vorschreiben. „Geh mir wech mit dem Thema Gesundheit„. Es ist ein durchaus sensibles und intimes Thema, welches mit Frust und Selbst-Enttäuschung besetzt ist. Die Aufforderung zur Verhaltensänderung ist manchmal schon zum täglichen Laster geworden.

5. Es hat geringe Relevanz. In dem Moment wo wir uns für unser Unternehmen aufopfern, wir überlastet sind, keine Wertschätzung erfahren, die Arbeit keinen Spaß macht und wir nicht das Gefühl von Sinnhaftigkeit haben, sind „Gesundheits-Tipps“ selten besonders hilfreich. Andere Dinge sind da häufig viel relevanter.

6. Unser Wohlbefinden beeinflusst unsere Gesundheit und unser Gesundheitsverhalten. Wer sich wohl fühlt und zufrieden ist, wird sich auch selbst Gutes tun wollen. Zufriedenheit ist die beste Prävention gegen Depression, Psychosomatik, Stressessen, Stressrauchen, Alkoholmisbrauch, Autoagression und Resignation. Wenn es uns gut geht verhalten wir uns automatisch gesünder.

7. Verhaltensänderung braucht Wohlbefinden. Ex-Raucher fangen wieder an zu Rauchen, wenn es stressig ist und Belastungen sind auch meistens die Ursache für ein ungesundes oder gestörtes Essverhalten. Viele Gewohnheiten haben einen emotionsregulatorischen bzw. beruhigenden Effekt und kommen meist dann auf, wenn es uns schlecht geht. Wohlbefinden und Selbst-Wertschätzung erleichtern Verhaltensänderung und wohlwollende Gesundheit.

8. Der Körper sagt ja! Zufriedenheit, Anerkennung und Freude haben auch extrem positive Einflüsse auf den Körper. Von Immunsystem bis Körperhaltung. Weniger Bauchschmerzen und weniger Rückenschmerzen? Wer entspannt ist hat weniger Beschwerden und wer zufrieden ist, ist und bleibt gesünder.

9. Randeffekte! Schöne Arbeitsatmosphäre, motivierende Unternehmenskultur, höhere Bewerberquoten, höhere Leistungsfähigkeit, wertschätzenderer Umgang, weniger Ausfälle, weniger Kündigungen, besseres „Employer Branding“ und einfach gutes Marketing! Zufriedenheit lohnt sich – nicht nur in Sachen „Gesundheit“. Die beliebtesten Unternehmen machen es vor.

10. Schluss mit Russisch-Roulett! Gesundheitsmanagement ist nicht selten willkürlich, so nach dem Motto „Rücken geht immer“. Es ist garnicht so einfach an die wirklich-ehrlichen Wünsche der Mitarbeiter heranzukommen, da auch unbewusste Ängste und Zweifel zu berücksichtigen sind. Auch Fragebögen kommen da manchmal nicht weit und stoßen auf Abwehr.

11. Gesundheitsmanagement hinterlässt den Eindruck von „Mitarbeiterkontrolle“ und von den Aufforderungen „Ihr sollt euch ändern!“ und „Seid leistungsfähiger!“. Selbst wenn es nicht als solches gemeint ist, hinterlässt es häufig Zweifel und Angst und wir daher abgelehnt. Wagen Sie mal etwas einfach-wertschätzendes.

Die Lösung: Was macht „Feel-Good-Management“ ?

Was lässt sich einfach und kostengünstig umsetzen um die Mitarbeiterzufriedenheit drastisch zu erhöhen? Manchmal sind es wirklich nur Kleinigkeiten die einen riesigen Effekt haben.

Statt Weihnachtsgeld geht auch Frei am Geburtstag, Blumen, verrückte Firmenevents, attraktive Pausenräume für Denkpausen, schöne Beleuchtung, exklusive Gutscheine für Maßnahmen oder einfach mal kreativ „Danke“ sagen. Sprechen Sie die Emotionen ihrer Mitarbeiter an, anstatt nur rationale und „vernünftige“ Argumente zu liefern. Menschen wollen etwas erleben und sind freiwillig bereit viel zurückzugeben, wenn sie Wertschätzung erfahren und gesehen werden.

In strategischen Workshops werden realistische Maßnahmen zur Mitarbeiterzufriedenheit, von Mitarbeitern erarbeitet. Jede Unternehmenskultur ist einzigartig und jedes Mal beeindruckend.

Ist Schwäche erlaubt? Muss ich mich aufopfern? Darf ich auch Nein-sagen oder nach Hilfe fragen? Was denken die anderen wenn ich krank bin und zuhause bleibe? Finden es der Chef blöd wenn meine Gesundheit Priorität hat? Wieviel bin ich mir wert?

Manche Fragen kommen erst dann, wenn ein geeigneter Raum dafür geboten wird.

Die Bedürfnisse des Einzelnen stehen im Fokus und aus Beschwerden entwickeln sich konstruktive und zielführende Ideen und Vorschläge zur Mitarbeiterzufriedenheit. In Zeiten des Fachkräftemangels hat „Feel-Good-Management“ eine blühende Zukunft, denn es ist die Zeit, wo sich Unternehmen bei den potenziellen Mitarbeitern bewerben müssen… und nicht mehr andersherum.

Termine für spannende Seminare und Workshops auf www.letz-go.de

Nächster kostenloser Workshop zum Thema „Unternehmenskultur: „Feel-Good-Management“ am 17.02.2018 in Bonn.

Anmeldung: info@letz-go.de

By | 2018-05-03T14:54:40+00:00 Januar 29th, 2018|Feel Good Management|0 Comments