#AufschreiErnährungsberatung – Politik wertet Ernährungsberatung ab?

#AufschreiErnährungsberatung - Politik wertet Ernährungsberatung ab? Und wieder einmal wird der Berufstand "Ernährungsberater" durch den Dreck gezogen. Ein großer Aufschrei zieht sich durch die Reihen der Fachkräfte. Berlins Regierender Bürgermeister, Michael Müller, will Arbeitslose als Ernährungsberater beschäftigen. "Arbeitslose zum Ernährungsberater ausbilden" ganz nach dem Motto: "Ernährungsberatung, Müll aufsammeln und Staubsaugen kann ja jedes Kind.Denn eigentlich weiß ja jeder, was gesund ist, oder? Erklären, dass Obst, Gemüse, Vollkorn und Wasser besser ist als Schokolade, Burger und Bier ist doch einfach." Solange die Ernährungsberatung sich so sehr auf das Vermitteln von Informationen fokussiert, die sich in Broschüren nachlesen lassen, kann ich gut verstehen, warum die Politik auf diesen fragwürdigen Gedanken kommt. Inzwischen hat ohnehin jeder Fitnesstrainer, Veganer und jede Hausfrau die neusten Tipps und Tricks auf Lager und bietet Ernährungsberatung an. So ist zumindest die gesellschaftliche Wahrnehmung. Als zertifizierter Ernährungsberater und Ernährungstherapeut kann ich diese Wahrnehmung nachvollziehen. Selbst ich habe keine Lust mehr das Know-How aus dem Studium zu vermitteln. Denn vor allem Übergewicht, hat nichts mit Wissensdefizit zu tun. Dicke sind nicht dumm und haben sich meist schon intensiv und absolut ausreichend mit der Materie "gesunde Ernährung" auseinandergesetzt. Denn der Leidensdruck treibt an. Die Ursachen für das Übergewicht liegt meistens in psychologischen Zusammenhängen: Emotionales Essen, Körperwahrnehmung, Vorlieben, Motivation und Gewohnheiten lassen sich nicht mit klassischer Informationsvermittlung verändern. Es gibt Gründe, warum sich der Mensch verhält, wie er es tut. Auch ich verdrehe meine Augen, wenn mal wieder jemand mit einer Ernährungspyramide um die Ecke kommt und Lebensmittel und Nährstoffe in "gut und schlecht" kategorisiert. Die moderne Ernährungspsychologie wird die klassische Ernährungsberatung in der Prävention ablösen müssen, damit sich das Bild der Ernährungsberater auch in den Köpfen der Gesellschaft verändert. Ein guter Ernährungsberater ist [...]

By | 2018-05-03T14:54:39+00:00 April 7th, 2018|Ernährungsberater|0 Comments

Ernährungsberater prädestiniert für Essstörungen

  Risikogruppe "Ernährungsberater" Bei Essstörungen begegnen mir häufig sehr intelligente, perfektionistische und disziplinierte Persönlichkeiten, bei denen viele Jahre niemand auf die Idee gekommen wäre, das etwas nicht stimmt. Tolle Noten in der Schule, häufig gesellschaftlich angepasst und sehr leistungsorientiert. "Dieser Mensch weis nunmal was er will: Zielstrebig und unaufhaltsam nach Vorne". Und wer diesem Leistungsanspruch gerecht werden möchte, der kommt um ein gewisses Stresspensum offenbar nicht herum. Doch womit regulieren junge Menschen ihren Stress, wenn Stressregulatoren wie Rauchen, Saufen, Sex, Arbeiten und Spielen für ihr Alter noch zu abwegig sind? Das sich über das Essverhalten die Psyche beeinflussen lässt ist inzwischen vielen bekannt. Während beim Stressessen der emotionale Hunger beruhigt wird und sich unangenehme Emotionen erfolgreich betäuben lassen, so ist auch das Nicht-essen, Reglementieren, Diät-halten und Sport-machen eine hervorragende Strategie um sich in einer labilen Gedankenwelt ein Gefühl von Sicherheit und Kontrolle zu verschaffen. Insbesondere dann, wenn sich die Gedankenwelt sowieso viel um das Thema "Essen & Nicht-Essen" dreht. Man nehme also an: eine Einser-Kandidatin des Abijahrgangs befindet sich schon seit geraumer Zeit im Diäten-Modus, kontrolliert das Essverhalten und bekommt viel positive Bestätigung für das optische Körperbild. Was bitte wäre der logischste Studiengang, den eine Musterschülerin mit Diät-Zwang wählen könnte. "Wir sind auf jeden Fall eine Risikogruppe für Essstörungen" Zitat: Frédéric Letzner (Ernährungswissenschaftler, Personal Trainer & Referent) Mit einigen Jahren Abstand ist mir bewusst geworden, warum so viele Frauen im Erstsemesters "Ernährungswissenschaften", so schlank, sportlich und gestresst in meinem Studium saßen. Wer Ernährungswissenaften studiert, hat auch einen Grund dafür. Ob Übergewicht, Unverträglichkeiten, Erkrankungen oder ganz bestimmte Ernährungsformen - ja, auch Essstörungen finden sich wieder, und vermutlich wesentlich mehr als in den [...]

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