About Frédéric Letzner

Als Keynote-Speaker, Trainer und zertifizierter Ernährungsberater/-therapeut habe ich mich der Aufgabe gewidmet, die Hintergründe vom Gesundheits- & Ernährungsverhalten zu erkunden & diese in anschaulichen, amüsanten & ehrlich-provokanten Vorträgen/Seminaren zu vermitteln.

Kinder & Selbsthass dank Fitnesswahn?

Kinder & Selbsthass dank Fitnesswahn Während ich in meiner Branche beobachten darf, wie schon Kindern erklärt wird wie sie sich zu verhalten haben um bloß nicht dick zu werden, bekomme ich Gänsehaut, wenn ich mir die aktuellen Ereignisse anschaue. Alleine in den letzten 3 Monaten hat sich in Schulprojekten, an denen ich mit Jugendlichen (Klasse 7 - 9) arbeiten durfte, ein ernstzunehmendes Tabuthema herauskristallisiert. Essstörungen und selbstverletzende Verhaltensweisen beginnen meist im Alter zwischen neun und elf Jahren und werden oft schlicht und einfach nicht erkannt. Während sich die heutigen Erwachsenen vor nichts mehr scheuen, wenn es darum geht endlich dünn zu sein, so ist es vor allem dank des Social Media wichtig, mit Jugendlichen offen darüber zu diskutieren. Jede Woche sind wir mit mehreren tausend bearbeiteten Bildern konfrontiert, die ein markelloses Körperbild präsentieren, welches nicht der Realität entspricht. Instagram, Facebook und Co. züchten einen gefährlichen Perfektionismus der den Ekel vor sich selbst fördert. Jeder, der nicht nachkommt fühlt sich im direkten Vergleich schlecht, wertlos und falsch. Viele Erwachsene sind überfordert und zu vorsichtig, wenn es um die sensiblen Themen "Selbsthass" und "Angst" geht. Noch vor 6 Wochen haben wir im Team eine Projektwoche an einer Schule durchgeführt und einfach mal den offenen Diskurs gewagt. Um die Diskussion über den eigenen Körper in Gang zu bringen, starteten wir mit den beiden Fragen: „Wer fühl sich zu dick?" und „Wer sich zu dünn? Mit Handzeichen sollten sich die Kinder freiwillig melden. Bemerkenswert wahr, dass sich alle Kinder gemeldet haben. Keines der Kinder war mit dem eigenen Körper zufrieden oder hat sich bei der Frage enthalten. Ein Kind hatte sich sogar bei beiden Fragen gemeldet und fühlte sich sowohl zu dünn und als auch [...]

By | Februar 13th, 2018|Ernährungspsychologie|0 Comments

Die „Weniger-Essen“-Psycho-Tricks

Die "Weniger-Essen"-Psycho-Tricks Während die meisten Menschen relativ gut wissen, was sie verändern müssten um abzunehmen, scheint das eigentliche Problem in der Umsetzung zu liegen. Der plumen Aussage „Iss halt einfach mal weniger“ stehen offensichtlich einige Widerstände entgegen, die uns mitunter garnicht bewusst sind. Neben vielseitiger Informationen zu Lebensmittelinhaltsstöffen und Ernährungskonzepten, wird nach wie vor sehr häufig missachtet, dass Menschen schlicht und einfach viel zu viel und regelmäßig über das Sättigungsgefühl hinaus essen. Warum essen wir mehr als wir brauchen? Fressneid: Wir sind gedanklich immer schon bei der nächsten Portion. Es gibt Studien die aufzeigen, dass derjenige, der mit dem Blick zum Buffet sitzt mehr isst, als derjenige, der mit dem Rücken zum Buffet sitzt. Fressneid ist hierbei ein zentraler Grund, warum wir mehr essen als wir brauchen. Preis-Leistungs-Verhältnis: Wir lieben es, möglichst viel Essen für möglichst wenig Geld zu bekommen und bevorzugen daher große Jumbo-Packung mit besserem Preis-Leistungs-Verhältnis. Die größeren Portionen bewirken, dass wir mehr essen als wir brauchen. Mehr ist mehr: Große Portionen sind ein Qualitätskriterium. Wir lieben XXL-Schnitzel und Riesenburger. Restaurants bewerben ihr Lokal mit weltrekord-verdächtigen Super-Angeboten. Wir lieben Extreme und wollen etwas besonderes sein. Vernunft ist hierbei kein Argument. Geiz ist geil: „Ich habe es ja bezahlt“ und „Es muss sich ja lohnen“. Am Buffet mit „all you can eat“ greifen wir richtig zu, da wir möglichst effizient konsumieren möchten. Geiz und Gier treiben das Essen mit großem Tempo in unseren Mund. Nachkriegs-Angst: Wenn wir unsere Freunde zum Essen einladen, wird nach wie vor „viel zu viel“ gekocht. Lieber noch 1-2 Portionen mehr zubereiten, damit jeder genug hat. Lieber zu viel als zu wenig ist die Devise. Rezeptbücher der letzten Jahrzehnte zeigen, dass die Portionsgrößen vergleichbarer [...]

By | Februar 5th, 2018|Abnehmen, Ernährungspsychologie|0 Comments

Schweinehund? Die Psyche der Unvernunft

Schweinehund: Die Psyche der Unvernunft An jeder Ecke steht ein Coach. Tausende Trainer und Berater stürmen die Bühne und motivieren zur Persönlichkeitsentwicklung, Selbstoptimierung und Leistungsfähigkeit. Dabei klingen all diese Tipps und Tricks doch immer so einfach. Insbesondere die eifrigen Trainer-Hopping-Spezialisten, die seit Jahren sämtliche Podcasts, YouTube-Videos und Seminare konsumieren, müssten demnach ja die erfolgreichsten Lebenskünstler sein. Doch was steht dem entgegen? Neun gute Gründe um nicht vernünftig zu sein: Grund Nummer 1: Gut Aussehen Wer gut Aussehen will muss leiden. Quäl dich selbst und hör auf mit den Ausreden. Es gibt viele gute Möglichkeiten zum Abnehmen. Von Pillen, Abführmittel, Fasten, Operationen, Hunger ignorieren, erkältet Sport machen, Sättigungshilfen schlucken bis hin zu radikalen Ernährungsrichtungen und Essstörungen: Ja, Bulimie funktioniert auch. Wenn es eine Pille gäbe, die uns unserem Traumkörper verschaffen würde, würden wir vermutlich alle zugreifen - egal ob das gesund und vernünftig wäre oder eben nicht. Grund Nummer 2: Dazu gehören Wer dazugehören will, der muss sich auch behaupten. Die coolen Kids müssen schon was drauf haben. Von Mutproben, Rauchen, Kiffen, Kampftrinken, Party machen bis hin zur Selbstverletzung. Wer will denn schon der spießige Spielverderber sein. Jetzt stell dich mal nicht so an. Voll das Opfer, ey! Grund Nummer 3: Effizient sein  Von nix kommt nix! Nur wer leistet ist was Wert. Von Multitasking, leistungssteigernde Drogen, Schlafentzug, Pausenverzicht, Überstunden bis hin zu bedingungslosen Hingabe. Bloß nicht Nichts tun - Ich bin doch kein Schwächling. Schlafen kann ich wenn ich alt bin und wer macht denn schon Entspannungsübungen? Alles esotherische Waschlappen! Grund Nummer 4: Perfektionistisch sein Ganz oder garnicht! Machs richtig oder lass es! Von Detailverliebtheit, niedriger Fehlertoleranz, Angst vorm Versagen, chronischer Stressbelastung bis hin zum Selbsthass. Besser geht immer und [...]

By | Januar 31st, 2018|Gesundheitsmanagement|0 Comments

Feel-Good-Management – Was kann FGM wirklich?

Kann "Feel-Good-Management" das klassische BGM ersetzen? Folgende 11 Thesen sprechen dafür, sich mit dieser Frage auseinanderzusetzen.  1. Das Gesundheitsmanagement hat seine Tücken und Grenzen. Häufig werden nur diejenigen mit Maßnahmen adressiert, die sich ohnehin für "Gesundheit" interessieren. Die relevante Zielgruppe bleibt auf der Strecke. 2. Die klassischen Themenfelder "Ernährung", "Bewegung", "Entspannung" und "Sucht" liefern kaum neuen Input. Inzwischen weiß jedes Kind was im allgemeinen als gesund und ungesund betitelt wird. Wir setzen es ja trotzdem nicht um. 3. Wir sind unvernünftig. Unsere Prioritäten liegen nicht auf "Gesundheit". Wir wollen lieber "funktionieren" und "effizient" sein, auch wenn wir dafür unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit vernachlässigen. Nicht selten opfern wir uns für unser Unternehmen auf bis es knallt. 4. Wir lassen uns nichts vorschreiben. "Geh mir wech mit dem Thema Gesundheit". Es ist ein durchaus sensibles und intimes Thema, welches mit Frust und Selbst-Enttäuschung besetzt ist. Die Aufforderung zur Verhaltensänderung ist manchmal schon zum täglichen Laster geworden. 5. Es hat geringe Relevanz. In dem Moment wo wir uns für unser Unternehmen aufopfern, wir überlastet sind, keine Wertschätzung erfahren, die Arbeit keinen Spaß macht und wir nicht das Gefühl von Sinnhaftigkeit haben, sind "Gesundheits-Tipps" selten besonders hilfreich. Andere Dinge sind da häufig viel relevanter. 6. Unser Wohlbefinden beeinflusst unsere Gesundheit und unser Gesundheitsverhalten. Wer sich wohl fühlt und zufrieden ist, wird sich auch selbst Gutes tun wollen. Zufriedenheit ist die beste Prävention gegen Depression, Psychosomatik, Stressessen, Stressrauchen, Alkoholmisbrauch, Autoagression und Resignation. Wenn es uns gut geht verhalten wir uns automatisch gesünder. 7. Verhaltensänderung braucht Wohlbefinden. Ex-Raucher fangen wieder an zu Rauchen, wenn es stressig ist und Belastungen sind auch meistens die Ursache für ein ungesundes oder gestörtes Essverhalten. Viele Gewohnheiten haben einen [...]

By | Januar 29th, 2018|Feel Good Management|0 Comments

Wer will denn schon vernünftig sein?

Wer will denn schon vernünftig sein? Das Wort „Gesundheit“ wird negativ assoziiert. Kaum jemand möchte vernünftig sein. Der Mensch möchte etwas erleben, ganz nach dem Motto „Sex, Drugs, Rock’n’Roll“. Schon als Kind hören wir höchst motivierende Aussagen wie „Iss deinen Brokkoli“, „Zieh deine Jacke an“, „Sitz grade“ und „Sitz nicht so nah vorm Bildschirm“. Das beste Argument was Eltern in dem Moment anbringen ist „das ist gesund, sei vernünftig“. Abweichend kommen zusätzlich noch weitere wenig überzeugende Aussagen wie „Sonst bekommst du viereckige Augen“, „Damit du groß und stark wirst“ oder „Sonst erkältest du dich“. Schlussfolgernd kommt diese Überzeugungsstrategie immer genau dann, wenn es grade nicht schmeckt und keinen Spaß macht. Vielen Kindern läuft es kalt den Rücken hinunter wenn ihr Mutter ankündigt etwas „gesundes“ gekocht zu haben. Angenehmer ist es doch, wenn das Mittagessen mit „Ich habe etwas leckeres für euch.“ angekündigt wird. Diese frühen Erfahrungen bleiben als Erwachsener gut nachvollziehbar, wenn gezielt nach der Begeisterung für das Thema „Gesundheit“ gefragt wird. Es wird nach eigener Wahrnehmung häufig immer erst dann relevant, wenn man krank ist. Es erinnert an lästige Arztbesuche und schmerzhafte Behandlungen. Ausgerechnet wird es immer dann zum Thema, wenn man alt und offensichtlich sterblich wird. Und wer möchte das schon? Am liebsten würden wir doch essen, trinken und machen was wir wollen ohne Krankheit und Tod jemals befürchten zu müssen. Wir wollen etwas erleben ohne uns einschränken müssen. Der Gesundheitsbegriff hat demnach heute einen anstrengenden und lästigen Charakter, der die schönen Dinge des Lebens verbietet. „Geh mir doch wech mit dem Thema Gesundheit“ ist in Deutschland wirklich kein selten ausgesprochener Satz. Besonders in den Momenten, wo die Gesundheit sich negativ auf die eigene Leistungsfähigkeit auswirkt, wird es zu [...]

By | Januar 18th, 2018|Ernährungspsychologie|0 Comments

5 Gründe warum wir kein Obst- und Gemüse mögen.

5 Gründe warum wir kein Obst- und Gemüse mögen. Gesundheit scheitert nicht aufgrund von Wissensdefiziten, sondern an der Umsetzung. Im Folgenden werden die ernährungspsychologischen Hintergründe des Essverhaltens erläutert, welche begünstigen, dass häufig wenig Obst und Gemüse verzehrt wird. 1. Psychologische Reaktanz Ein Mensch der sich in seinen freien Entscheidungen eingeschränkt oder bevormundet fühlt, reagiert mit einer Art „Trotzverhalten“. Ernährungsempfehlungen die vorschreiben, wie gegessen werden soll, bewirken bei der relevanten Zielgruppe eine Abwehrreaktion, da das Essverhalten ein sehr intimes und emotionsgeladenes Themenfeld ist. Allein die Aussage: „Esst mehr Obst und Gemüse“ erzeugt demnach Reaktanzverhalten und ist daher nicht zielführend. Schon die Ernährungserziehung bringt häufig mit sich, dass „Gesundheit“ und „Vernunft“ mit Unlust und Bestrafung assoziiert werden. Sätze wie „Iss deinen Brokkoli“, „Zieh deine Jacke an“, „Sitz grade“ und „Sitz nicht so nach vorm Bildschirm“ werden häufig als Ermahnungen wahrgenommen und sind unangenehm. Auch Erwachsene assoziieren das Thema „Gesundheit“ mit Arztbesuchen, Genussverzicht, Alter, Einschränkungen und Disziplin und sind daher selten begeistert wenn es um „gesunde Ernährung“ geht. Diesen Effekt konkret zu diskutieren und bewusst auf den „erhobenen Zeigefinger“ zu verzichten, verstärkt das Gefühl der Selbstständigkeit, Verständnis und Eigenverantwortung. 2. Entstehung von Vorlieben Verknappung erzeugt Präferenz: Das was selten ist, ist wertvoll. Seltene Lebensmittel wie Champagner und Kaviar haben einen hohen Preis, da durch die Limitierung der Wert steigt. Ein Verbot oder eine Einschränkung bewirkt, dass Etwas als besonders wertvoll empfunden wird. Hieraus resultiert, dass die Lebensmittel, die als „schlecht“, „ungesund“ und „falsch“ betitelt werden unterbewusst als wertvoll und besonders bewertet werden. Die Dinge die im Überfluss angeboten werden, oder sogar aufgezwungen werden, werden demnach als minderwertig und uninteressant empfunden. Auf diese Weise lässt sich erklären, warum Obst und Gemüse häufig tendenziell gemieden werden. [...]

By | Januar 15th, 2018|Ernährungspsychologie|0 Comments

Ernährungspsychologie & Gesundheitsverhalten – Artikel von Frédéric Letzner

Ernährungspsychologie & Gesundheitsverhalten - Artikel: "Du isst, wie du bist" von Frédéric Letzner Artikel und Veröffentlichung: Top Magazin Bonn Nr. 02/2017 Sind wir mal ehrlich: Die meisten Menschen wissen, wie eine gesunde Ernährung auszusehen hat. Viel interessanter ist die Frage, warum sich viele nicht dran halten. „Essen ist ein emotionales Thema“, sagt Ernährungscoach Frédéric Letzner und geht die Thematik aus einer etwas anderen Perspektive an. Im Top Magazin Bonn erklärt er, warum Genuss ein absolutes Muss ist.Wer eine Ernährungsberatung wahrnimmt, weiß meist sehr genau, was er falsch macht. Häufig begegnen mir Aussagen wie: „Ich müsste mehr Wasser trinken, weniger Süßes und Fettes essen, mich mehr bewegen, länger schlafen und so weiter.“ Auch Kinder haben meist eine sehr gute Vorstellung davon, was sie im Idealfall essen und was sie meiden sollten. Sprich: dass ein Apfel deutlich besser für sie ist als eine Tafel Schokolade. Und dennoch greifen nicht nur die Kleinen, sondern auch wir Erwachsenen immer wieder zu genau den Dingen, die wir eigentlich als „ungesund“ betiteln. Wir essen zu viel, zu schnell und zu einseitig. Die Entschuldigungen variieren je nach Anlass: „Das habe ich mir verdient. Neinsagen ist unhöflich. Es liegen zu lassen, wäre Verschwendung. Ich habe es eilig.“ Oder mein Favorit: „Wenn der Teller leer ist, scheint morgen die Sonne.“ Es scheint also gar nicht so leicht, das vorhandene Wissen auch tatsächlich umzusetzen. Genau hier sollte eine moderne Ernährungsberatung ansetzen, statt auf den bereits bekannten Grundlagen „herumzukauen“. Iss deinen Brokkoli Die Gesundheit ist nicht das ausschlaggebende Argument, wenn es um das eigene Verhalten geht. Ich würde sogar behaupten: Gesundheit ist out! Schon seit der Kindheit hören wir das Unwort „gesund“ immer genau dann, wenn es uns nicht schmeckt, wenn wir vernünftig sein [...]

By | Januar 8th, 2018|Ernährungspsychologie|0 Comments

Der 10-Punkte SMART-Guide für erfolgreiche Gesundheitsmaßnahmen

Der 10-Punkte SMART-Guide für erfolgreiche Gesundheitsmaßnahmen Lesedauer: 90 Sekunden Ein sexy Name für Ihr Event! Nichts ist langweiliger als: „Gesunde Ernährung am Arbeitsplatz“, „Suchtprävention“, Entspannungskurs“ und „Rückenschule“. Geben Sie Ihren Angeboten frische, provokante und attraktive Namen! Schluss mit "betreutes Lesen"! Power-Point vorlesen ist peinlich. Ein guter Redner/Seminarleiter kennt seinen Text und nutzt den Beamer maximal für eine bildliche Untermalung seiner Worte. Weniger ist mehr! Verzichten Sie auf Studienergebnisse und Fachchinesisch! Eine gute Geschichte mit eindrucksvollen Bildern ist wertvoller als Zahlen, Daten und Fakten. Bleiben Sie am Boden! Häufig meinen Gesundheitsreferenten das "perfekte" Vorbild abliefern zu müssen. Offenbaren Sie doch mal Ihre eigenen Schwächen. Das macht Sie menschlich und bringt Sie auf Augenhöhe. Holen Sie Ihre Teilnehmer angemessen ab! Gesundheit ist auch ein unangenehmes, nerviges oder langweiliges Thema. Diskutieren Sie doch mal mit Ihren Teilnehmer warum das so ist, dann fühlt sich auch der Lustlose abgeholt. Emotion, Emotion, Emotion! Egal ob Lachen, Weinen, Schockieren oder Irritieren. Wenn Sie in Erinnerung bleiben wollen, dann müssen Sie die Emotionen Ihrer Teilnehmer erreichen. Menschen sind nicht rational. Humor, Provokation und Storytelling bewährt sich bei den Profis. Verhalten ist Psyche! Egal ob Ernährung, Bewegung, Entspannung oder Schlaf - berücksichtigen Sie die Psyche des Menschen. An die Vernunft zu appellieren reicht nicht aus. Schließlich weiß jedes Kind, was allgemein als gesundheitsförderlich gilt. Bleiben Sie bei den wirklich relevanten Themen! Saufen, Fressen, Rauchen, Zocken, Arbeiten, Aufopfern, Perfektionismus, Motivation, Angst und Sucht sind meist relevanter als Fettsäuren und Sit-Ups. Gesundheit braucht gutes Marketing! Verkaufen Sie eine Gesundheitsmaßnahme an die schwierigen Zielgruppen und überlegen Sie sich, was derjenige will, der normalerweise niemals zur Gesundheitsmaßnahme gehen würde. Das ist die relevante Zielgruppe. Fragen Sie doch mal in der [...]

By | Januar 5th, 2018|Gesundheitsmanagement|0 Comments

BGM als Massenprodukt: Quantität auf Kosten der Qualität gesteigert?

BGM als Massenprodukt: Quantität auf Kosten der Qualität gesteigert? Der deutsche Arbeitnehmer verbrennt sich die Finger. Sparen Sie am richtigen Ende? Das Thema "betriebliches Gesundheitsmanagement" hat im Jahr 2017 einen enormen Boom erlebt. Anbieter für Gesundheitsmaßnahmen sprießen aus dem Boden und der Gesetzgeber öffnet die Brieftasche. Dank Präventionsgesetz und weiteren gesetzlichen Vorgaben fühlen sich mehr und mehr Unternehmen dazu verpflichtet, ein Stück Verantwortung für die Gesundheit ihrer Mitarbeiter zu übernehmen. Neben dem demographischen Wandel und dem Fachkräftemangel scheint es auch durchaus gute Gründe für betriebliches Gesundheitsmanagement zu geben. Nicht nur die Krankenkassen wittern neue Möglichkeiten um ihr Image aufzupolieren und über den Trend vom Healthy-Lifestyle die Gesundheitsprävention als Marketing- und Vertriebsmaßnahme zu nutzen. Das Angebot auf dem Gesundheitsmarkt steigt an, da der klassische Sportlehrer, Ernährungsberater und Entspannungstrainer neue Berufszweige entdeckt, die sich auch finanziell zu lohnen scheinen. Gleichzeitig gibt es kaum einen vergleichbaren Markt der in einem Jahr ein derart extremes Preisdumping erleben durfte, wie der groß angelegte Maßnahmenanbieter-Markt im BGM. Millionenschwere, mehrjährige Rahmenverträge und deutschlandweite Ausschreibungen sorgen, zusammen mit dem steigenden Angebot, für günstige Tagessätze von Trainern und Referenten, die sich nur über die Masse an Aufträgen rentieren können. Die unangenehme Frage, die sich dabei aufdrängt ist jedoch: leidet die Qualität unter der Massenabfertigung im Gesundheitsmanagement? Erstens: Als ob! Können sich Großanbieter überhaupt die guten Leute leisten, wenn sie unter Druck stehen, den sinkenden Preis bedienen zu müssen? Nicht selten ist zu beobachten, dass Studenten und sehr junge Trainer (in Ausbildung) die Gesundheitsseminare, sogar fächerübergreifend, durchführen. Und wer prüft eigentlich, ob die entsprechende Qualifikation wirklich vorliegt? Wer setzt die Unterschrift unter den Rahmenvertrag und wer ist im Anschluss tatsächlich der Referent im Seminar? Mehr schlecht als Recht [...]

Wir sind alle voll gestört. Der Umgang mit Schwäche.

Wir sind alle voll gestört. Der Umgang mit Schwäche. "Ich bin doch nicht verrückt?" Der Verstand wehrt sich gegen diese Aussage, denn wer will schon zum Psychologen gehen? Nehmen wir uns also 3-4 Minuten Zeit um uns mit unseren Schwächen auseinander zu setzen, oder machen wir doch lieber die Augen zu und ignorieren das Offensichtliche? Am liebsten wären wir alle perfekt. Nicht erst seit Facebook geben wir uns große Mühe nach außen ein schönes, gepflegten und braves Bild abzugeben. Wir zeigen uns stets von unserer Schokoladenseite und geben unser Bestes. Als Belohnung für angepasst Verhalten erhalten wir ein gutes Zeugnis, herausragende Zertifikate, einen guten Job und ein glückliches Leben.  Wir lernen sehr früh, dass Leistung und Anpassung groß gelobt und belohnt wird und dass "aus der Reihe tanzen" bestraft wird. Was willst du denn mal werden? Reiß dich zusammen? Was glaubst du eigentlich wer du bist? Kann es sein, dass es in einer Leistungsgesellschaft, wie in Deutschland, vielmehr darum geht als Zahnrad eines Systems perfekt zu funktionieren, als darum langfristig glücklich und gesund zu sein? Nicht umsonst, gehen wir trotz Beschwerden zur Arbeit, machen unbezahlte Überstunden, versuchen es allen Recht zu machen und opfern uns auf für Familie, Arbeit oder Körperbild. Wir versuchen Multitasking, können nicht Nein-Sagen und ignorieren unsere Grenzen. Wir identifizieren uns so stark mit unser Leistungsfähigkeit, dass wir eine unglaublich niedrige Fehlertoleranz haben und andere für ihre Schwächen verurteilen, da wird diese bei uns selbst nicht tolerieren können. Man könnte meinen, wir wären nur noch so viel wert wie unsere letzte Leistung. So kommt es, dass wir uns selbst beschimpfen, uns über uns selbst ärgern und uns manchmal sogar hassen für das was wir sind, sobald wir glauben [...]