Abnehmen: Das richtige Motiv bringt Erfolg.

Abnehmen geht einher mit einem stetigen Hin und Her zwischen Kontrolle und Kontrollverlust. Der Mensch ist eben doch keine Maschine, die sich einfach programmieren lässt. Während wir genau wissen, was wir machen müssten, fällt es meist schwer sich beständig daran zu halten. Während wir kontrolliert auf unsere rationalen Entscheidungen beharren, uns zügeln und unsere Bedürfnisse ignorieren, geht der regelmäßige Kontrollverlust einher mit emotionalem, unvernünftigen und fast suchtähnlichem Verhalten. Ist es wirklich vergleichbar mit einer Sucht? Das dahinterliegende Muster ist gleich.

Druck erzeugt Gegendruck: Du kannst es nicht erzwingen. 

Gelassenheit und Geduld sind die größten Schlüssel zu Veränderung„: und genau das wollen wir nicht hören, da wir meist ungeduldig und perfektionistisch sind. Insbesondere aktuell verbreitet sich in den sozialen Medien die Diskussion, ob ein übergewichtiger Mensch mit sich zufrieden sein darf.

„Ist es Gleichgültigkeit? Ein Schmarotzer des Sozialsystems? Darf er nicht zufrieden sein?“

Was häufig nicht bedacht wird, ist, dass Selbstakzeptanz der wertvollste und wichtigste Schritt zur Veränderung ist. Es mag zwar im ersten Moment seltsam klingen, doch den IST-Zustand anzunehmen ist eine Bedingung für wohlwollendes Verhalten. Selbstliebe hat nichts damit zu tun, sich im Folgenden „gehen zu lassen“ und „sich egal geworden“ zu sein. Ganz im Gegenteil: Wer sich selbst achten und mit seinen Fehlern schätzen kann, der wird mehr und mehr aufhören können autoaggressiv zu denken und kontraproduktiv zu handeln. Wer emotionales Essen reduzieren möchte, der darf aufhören gegen den eigenen Körper zu kämpfen, sowie sich und seine Kilos zu hassen. Emotionales Essen ist eine Konsequenz aus Selbstverurteilung, Frust und Ekel beim Blick in den Spiegel. 

Wer abnehmen möchte, darf sein bisheriges Motiv und seine bisherige Methode überdenken: Nach unzähligen Wiederholungen, wäre es auch hier „Wahnsinn ein anderes Ergebnis zu erwarten“ (Zitat: Einstein). Über Disziplin, Kontrolle und Selbstverurteilung lässt sich Verhalten nicht verändern. Vielmehr wird das alte Muster des Kontrollverlusts bald wieder greifen und seine Konsequenzen mit sich ziehen. Und wer es tatsächlich schafft über Selbsthass sein Körpergewicht zu reduzieren, der riskiert meist eine Suchtverschiebung und wird sein altbewährtes Muster in anderer Form ausleben. Mit Vernunft und Selbstachtung hat es dann jedoch nach wie vor nichts zu tun.

Sei dir selbst genug: Dann wirst du dich automatisch verändern, indem du Freude entwickelst, dir selbst etwas Gutes zu tun. Du bist es wert. wirklich.